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30.000 Morde an Jugendlichen befürchtet

Einer Untersuchung zufolge könnten in Brasiliens Großstädten im Zeitraum von 2007 bis 2013 schätzungsweise 33.000 Jugendliche ermordet werden. Das Risiko sei in den Metropolen besonders groß, heißt es. Der von mehreren Organisationen und Forschungseinrichtungen - darunter auch Unicef - erstellte Bericht befasst sich mit der Altersgruppe der 12- bis 18-jährigen Brasilianer und der Wahrscheinlichkeit, einer Gewalttat zum Opfer zu fallen.

Als Faktoren wurden Rasse, Geschlecht und Form der Gewaltausübung (zum Beispiel Verwendung einer Schusswaffe) berücksichtigt, als solche, welche das Risiko erhöhen können. Die tragische Frage lautet: Wie viele Brasilianer werden, nachdem sie zwölf Jahre alt geworden sind, schätzungsweise nicht ein Alter von 19 Jahren erreichen?

Höheres Risiko für junge Männer und Schwarze

Die Untersuchung stützt sich auf 266 brasilianische Gemeinden mit mehr als 100.000 Einwohnern. Die drastische Zahl von 33.000 potenziellen Mordopfern geht davon aus, dass sich die Lage in den Städten nicht verbessert. In der Altersgruppe von 12 bis 18 Jahren lautet die Todesursache in 45 Prozent der Fälle Mord. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit eines männlichen Opfers zwölfmal größer als die, dass ein Mädchen oder eine junge Frau ermordet wird.

Außerdem ist das Risiko für schwarze Brasilianer viermal so groß wie für weiße Brasilianer. Generell steigt der Index in den vergangenen Jahren an, was die Notwendigkeit unterstreicht, Brasiliens Jugendliche besser zu schützen. Der Bericht betont die große Bedeutung von Bildungsprogrammen zur Vorbeugung von Gewalt. (bs)

Quelle: adital