Kolumbien |

30.000 Kinder sind Opfer von Vertreibung

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen (UNO) Ban Ki-moon hat am 11. Mai vor dem UN-Sicherheitsrat den Jahresbericht 2010 über die Situation von Kindern in bewaffneten Konflikten vorgestellt.

Nach Einschätzung der UNO ist die „komplexe humanitäre Situation" in Kolumbien "eine Folge des schweren Konflikts zwischen bewaffneten Akteuren und illegalen Aktivitäten wie Drogenhandel, Erpressung und Entführungen". Die Regierung habe Fortschritte bei der Demobilisierung bewaffneter Gruppen erzielt, die UNO zeigte sich jedoch alarmiert wegen Mängeln bei Sicherheitsfragen und der anhaltenden Verletzung von Menschenrechten. Kolumbien wird als einziges lateinamerikanisches Land in der Untersuchung aufgeführt.

30.000 Kinder sind Opfer von Vertreibungen

In den Regionen Arauca, Cauca, Córdoba, Meta, Nariño und Norte de Santander seien Kinder vor allem durch Vertreibungen besonders schwer vom Konflikt betroffen. Nach Zahlen der kolumbianischen Regierung sind bis September 2010 rund 61.000 neue Vertreibungen registriert worden, rund 30.000 Betroffene sind Kinder. Nichtregierungsorganisationen gehen zudem von einer viel höheren Zahl von internen Flüchtlingen aus.

In 19 von 32 Departments würden immer noch Kindersoldaten angeworben. 338 Kinder hätten 2010 den bewaffneten Gruppen den Rücken gekehrt und seien in Schutzprogramme aufgenommen worden. Die meisten von ihnen, 246 Kinder, waren zuvor bei der FARC aktiv.

Bisher keine Prozesse bei sexueller Gewalt

Anlass zu großer Sorge biete zudem die sexuelle Gewalt gegen Kindersoldaten. Die Kinder würden gezwungen unangemessene Verhütungsmethoden anzuwenden oder riskante Schwangerschaftsabbrüche durchzuführen. Nach Angaben des Komitees für Frieden und Gerechtigkeit seien 677 Fälle von sexueller Gewalt durch ehemalige Mitglieder Gruppe „Autodefensas Unidas de Colombia“ bekannt, von denen kein einziger bisher vor Gericht gekommen ist. (bh)

Quelle: Adital