Kolumbien |

2,7 Millionen Menschen von überschwemmungen betroffen

Durch die Überschwemmungskatastrophe in Kolumbien sind nach Angaben der Caritas bislang 470.000 Wohnhäuser beschädigt worden. Die Gesamtschäden beliefen sich nach offiziellen Schätzungen auf umgerechnet zwei Milliarden Euro, sagte Friedrich Kirchner, Mitarbeiter von Caritas Deutschland, im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Bogota. Dies sei für ein Land mit der Wirtschaftskraft Kolumbiens eine enorm hohe Summe. Nach Behördenangaben sind insgesamt 2,7 Millionen Menschen betroffen.

Kolumbien erlebt derzeit die schwersten Überschwemmungen seiner Geschichte. Seit November sorgt das Wetterphänomen "La Nina" für anhaltende Regenfälle; ganze Landstriche stehen unter Wasser. Kirchner berichtet, es seien so viele Straßen zerstört, dass die Bauern ihre Erzeugnisse nicht mehr vermarkten könnten. Daher sei die ohnehin schon arme Bevölkerung auf dem Land besonders hart betroffen. Zudem hätten sich viele Menschen in Überschwemmungsgebieten angesiedelt. Für sie seien ganze Umsiedlungsprogramme notwendig.
Besonders betroffen sind nach Angaben der Caritas die Karibik-Departments im Norden, in die die großen Flüsse die Wassermassen transportierten. Allein durch den Bruch des historischen Canal del Dique seien mehr als 60.000 Menschen betroffen. Im Hochland um Bogota hätten die landwirtschaftlichen Nutzflächen Schaden genommen. Es gebe ganze Orte, deren Untergrund durch die Wassermassen ins Schwimmen geraten seien. Durch Straßen, Kirchen und ganze Dörfer gingen metertiefe Risse.

Caritas Deutschland hat nach eigenen Angaben den Nothilfefonds von Caritas Colombia um 200.000 Euro aufgestockt. Zudem habe man vom Auswärtigen Amt 200.000 Euro erhalten. Das Bundesentwicklungsministerium habe weitere 100.000 Euro beigesteuert.

Quelle: kna