Kolumbien |

16 Tote bei Bombenattentaten im Südwesten

Mitte vergangener Woche wurde im Südwesten Kolumbiens eine Reihe von Anschlägen verübt. In Tumaco, Villa Rica und Miranda kamen bei mehreren Explosionen von Bomben insgesamt 16 Menschen ums Leben. 77 Personen wurden verletzt. Am vergangenen Wochenende entschärfte die ansässige Polizei weitere 14 Sprengsätze in unterschiedlichen Städten des Südwestens. In der ländlichen Gegend von Miranda wurden besipielsweise zwei 40 Kilo Bomben auf dem lokalen Fußballfeld entdeckt.

Die kolumbianische Regierung geht davon aus, dass die Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia (FARC) für die Attentate verantwortlich ist. Die Anschläge wurden nur wenige Stunden verübt, nachdem die Guerilla die Verschiebung der Freilassung von sechs Streitkräften angekündigt hatte. Die Geiseln waren nach bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Regierung und der FARC gefangen genommen worden. Der Präsident Juan Manuel Santos verurteilte die Attentate aufs schärfste und bezeichnete die Mitglieder der FARC als Heuchler: „Die Rebellen sprechen auf der einen Seite von Frieden und auf der anderen Seite verüben sie terroristische Akte“.

Die FARC hat sich allerdings bisher noch nicht zu den Anschlägen bekannt. Das Verschieben der Freilassung der sechs inhaftierten Geiseln begründeten die Rebellen damit, dass die Regierung mit einer Militäroffensive in der Region begonnen habe, die die Übergabe gefährden könne. In lokalen Medien wurden auch Vermutungen darüber geäußert, dass sich die paramilitärische Gruppe Rastrojos hinter den Bombenattentaten verbirgt. (aj)