Kolumbien |

Zweifel an Regierungsstatistik zu Entführungszahlen

In Kolumbien ist eine Debatte über die Richtigkeit einer von der Regierung herausgegebenen Statistik zum Rückgang der Entführungen im Land entbrannt. Die Nichtregierungs-Organisation "Pais Libre", die als einer der wichtigsten Opfer-Vertreterverbände gilt, kritisiert die jüngsten Veröffentlichungen. "Wir haben zwar keine 3000 Entführungsfälle pro Jahr mehr wie vorher, aber wir zweifeln die Reduzierung der Zahlen an wie sie die Regierung verbreitet", sagte Olga Lucía Gómez in einem Interview mit dem TV-Sender BBC Mundo. Vor wenigen Wochen hatte Polizeichef General Oscar Naranjo erklärt, während der Amtszeit von Staatspräsident Alvaro Uribe (2002 – 2010) sei die Zahl der Entführungen um 93 Prozent zurückgegangen.

Die Statistik sei wenig professionell und politisch tendenziell erstellt worden, erklärte Gómez weiter. "Wir haben gesehen, dass es nach wie vor zahlreiche Entführungsfälle gibt, die uns bekannt sind, die aber nicht in der offiziellen Statistik registriert werden." Zudem würden auch einige Fälle, die den Behörden gemeldet werden, nicht in die Statistik aufgenommen. (TK)