Brasilien |

Zwei Tote in Sao Paulo

Die Gewalt in der brasilianischen Millionenmetropole Sao Paulo nimmt mehr und mehr Überhand. Am letzten Wochenende kam es im Anschluss an Proteste in der Stadt zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, bei denen der 17-jährige Douglas Rodrigues von einem Polizisten erschossen wurde. Der Beamte gab an, dass der Schuss sich versehentlich aus seiner Waffe gelöst hatte. Er wurde wegen fahrlässiger Tötung festgenommen. Der Vorfall führte zu zahlreichen Krawallen und weiteren Protesten. Wütende Jugendlich plünderten Geschäfte in den Randbezirken der Stadt und zündeten mehrere Busse an.

Am Dienstagmorgen gab es das zweite Todesopfer zu beklagen. Ein Jugendlicher ist Augenzeugenberichten zufolge nach einem Raubüberfall vor der Polizei geflohen. Auch er wurde erschossen und starb noch auf dem Weg ins Krankenhaus. Die Ausschreitungen in Sao Paulo werden in mehre Medienberichten als die gewalttätigsten seit Monaten beschrieben. Mehr als 30 Fahrzeuge wurden in Brand gesteckt, weitere Menschen wurden durch Schüsse verletzt und die Polizei nahm mehr als 90 Personen fest. Viele Geschäfte blieben in den letzten Tagen geschlossen.

Polizeigewalt in der Kritik

Die brasilianische Präsidentin Dilma Roussef bedauerte die Ereignisse und den Tod der beiden jungen Männer. Sie betonte, dass die Vororte häufig Orte der Gewalt seien, da sich dort die soziale Ungleichheit des Landes am meisten widerspiegelt. Seit Juni dieses Jahres kam es im größten südamerikanischen Land immer wieder zu Protesten. Das harte Vorgehen der Polizei und vor allem der Einsatz von Schusswaffen wurden sowohl in den Medien als auch von Nichtregierungsorganisationen immer wieder kritisiert. (aj)