Kolumbien |

Zwei Tote bei Protesten in Catatumba

Bei den seit knapp zwei Wochen andauernden Protesten in der kolumbianischen Region Catatumba kamen am Wochenende, 22./23. Juni, zwei Demonstranten ums Leben und weitere 30 wurden verletzt. Ersten Berichten zufolge wurden die zwei Demonstranten bei Auseinandersetzungen mit der örtlichen Polizei erschossen, als der Protestzug versuchte, den Flughafen von Ocaña zu besetzen. Die genauen Umstände der Tat sind aber noch ungeklärt.

Bereits seit zwölf Tagen gehen in der Region knapp 7.000 Bauern auf die Straße. Sie protestieren gegen ein umfassendes Vernichtungsprogramm der Koka-Pflanze, welches die kolumbianische Regierung veranlasst hat. Nach Angaben der Bauernkommission Catatumbas (ASCAMCAT) gebe es für die Bauern vor Ort keine Alternative zu der Koka-Pflanze. Wenn es ihnen in Zukunft verboten wird, die Pflanze anzubauen, würde ihnen die Lebensgrundlage entzogen werden. „Wir haben 70 Jahre Vernachlässigung erlitten, die Repression der Paramilitärs ertragen, aber wir haben unseren Widerstand“, machte der Präsident der ASCAMCAT, José del Carmen Abril, die Position der Landwirte in Catatumba deutlich.

Die Proteste in der Region haben auch zu Spannungen bei den Friedensverhandlungen zwischen der kolumbianischen Regierung und den Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia (FARC) geführt. Der Präsident Kolumbiens, Juan Maule Santos, hatte den Rebellen vorgeworfen, die Proteste in Catatumba infiltriert zu haben. Die Region gilt generell als ein Gebiet mit einer hohen Präsenz der Guerilla. Lokalen Medienberichten zufolge hat die ASCAMACT bisher Verhandlungen mit der Regierung verweigert. Zu Beginn dieser Woche wird die Situation in Catatumba in einer Sonderkommission mit den Bürgermeistern der Region sowie dem Außen-, Innen-, und Landwirtschaftsministerium erörtert. (aj)