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Zulassung für Gen-Mais der Firma Bayer annulliert

Der Bundesgerichtshof des brasilianischen Bundesstaates Paraná hat am vergangenen 25. Juli die Zulassung für die genveränderte Maissorte Liberty Link des Konzerns Bayer annulliert. Handel, Aussaat, Transport und Import der Sorte, die gegen das von Bayer produzierte Herbizid Liberty mit dem Wirkstoff Glufosinat resistent ist, sind ab sofort landesweit verboten.

Die zuständige Richterin Pepita Durski Tramontini begründete ihre Entscheidung mit dem Fehlen von Kontrollmechanismen, die eine Koexistenz von transgenem und herkömmlichem Saatgut nach der Aussaat des genveränderten Maises sicherstellen könnten. Die ursprüngliche Zulassung für die Maissorte Liberty Link durch die nationale Kommission für biologische Sicherheit (CTNBio) wurde mit diesem Urteil aufgehoben. Bayer droht ein tägliches Bußgeld von umgerechnet etwa 21.700 Euro, falls die Sorte nicht unverzüglich aus dem Verkehr gezogen wird. Das Gericht gab mit diesem Urteil einer im Jahr 2007 eingereichten Klage der Umweltorganisationen Terra de Direitos, AS-PTA, IDEC and ANPA Recht, die eine gentechnische Kontaminierung traditioneller Maissorten durch die Zulassung der Genmais-Sorte befürchtet hatten.

Die Richterin des Umweltgerichts am Bundesgerichtshof in Curitiba kritisierte außerdem die Arbeit der Kommission für Biosicherheit. Diese habe für die nördlichen und nordöstlichen Bundesstaaten Brasiliens eine Zulassung erteilt, obwohl keine Umweltfolgestudien durchgeführt wurden und die öffentlichkeit nicht hinreichend informiert worden sei. (bh)

Quelle: Adital, Greenpeace Mexiko