Argentinien |

Zu viel Kinderarbeit und zu wenig Bildung

Obwohl Kinderarbeit gesetzlich verboten ist, ist sie in den städtischen Räumen Argentiniens allgegenwärtig und gefährdet die Ausbildung der Kinder und Jugendlichen stark. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Katholischen Universität Argentiniens (UCA) über den Zusammenhang zwischen Reproduktion von sozialer Ungleichheit und Kinderarbeit.

Putzen, Geschwister beaufsichtigen, Einkaufen

Laut Studie arbeiten in den Städten Argentiniens schätzungsweise 17 Prozent der Kinder und Jugendlichen im Alter zwischn fünf und 17 Jahren. Sie helfen vor allem den Eltern bei der Hausarbeit oder sind als Hausangestellte beschäftigt. Rund sieben Prozent der Kinder und Jugendlichen verrichten allein Arbeiten wie das Beaufsichtigen von Geschwistern, Essen kochen, putzen, Betten machen, Einkäufe erledigen sowie das Waschen und Bügeln von Wäsche. Fast neun Prozent der arbeitenden Kinder arbeiten außer Haus und rund ein Prozent sowohl im Haushalt als auch außer Haus. Mädchen würden dabei dreimal so oft im Haushalt arbeiten wie Jungen, so die Studie.

Zusammenhang zwischen Kinderarbeit und mangelnder Bildung

Kinder aus schlechter gestellten sozialen Schichten müssten zudem viel häufiger sowohl im Haushalt als auch außer Haus arbeiten. "Kinderarbeit tritt im Zusammenhang mit dem Herausfallen aus dem Bildungssystem auf, dem Wiederholen von Klassen und dem Verlassen der Schule. All diese Situationen weisen auf Defizite beim Recht auf Bildung hin" heißt es in der Untersuchung.

Kinder und Jugendliche würden durch das Arbeiten nicht nur ihrer Kindheit und Jugend beraubt, sondern auch in ihrer persönlichen Entwicklung und bei der Bildung behindert, alarmieren die Autoren der Studie. (bh)

Quelle: Adital