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Zehntausende feiern Seligsprechung von "Nhá Chica"

Francisca da Paula de Jesús, in Brasilien besser bekannt als "Nhá Chica", ist die erste vom Vatikan seliggesprochene Brasilianerin afrikanischer Herkunft. Der Zeremonie in der Kleinstadt Baependi folgten mehr als 50.000 Menschen.

Kardinal Ángelo Amato, zugleich Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, verlas während des Gottesdienstes eine Botschaft von Papst Franziskus. "Nhá Chica" sei eine "umsichtige Zeugin der Barmherzigkeit Jesu" gewesen, sagte der italienische Ordenspriester.

"Nhá Chica" wurde 1808 in Sao Joao del Rei als Tochter einer Sklavenfamilie geboren. Im Alter von zehn Jahren wurde das junge Mädchen zur Vollwaisen. Bereits als Kind entschied sich die Brasilianerin, ihr Leben den Armen zu widmen und fortan auf jede Art von Luxus zu verzichten. Aus ganz Brasilien reisten Menschen nach Baependi, um sich Rat bei "Nhá Chica" zu holen.

Sie selbst bezeichnete sich als "arme Analphabetin gesegnet mit dem Gold des Glaubens“. Zu Lebzeiten lehnte "Nhá Chica" jede Form von Wohlstand ab und spendete alle Einnahmen den Armen. Zudem sammelte sie Geld für den Bau einer Kapelle, die heute zu einem Wallfahrtsort für Pilger geworden ist. Zu ihren Anhängern zählt der weltweit populäre Schriftsteller Paulo Coelho. (TK)