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Zehn Prozent des BIP für öffentliche Bildung

Eine Spezialkommission der brasilianischen Abgeordnetenkammer hat nach einem Verhandlungsmarathon von 18 Monaten beschlossen, den für öffentliche Bildung aus dem Bruttoinlandsprodukt(BIP) bereitzustellenden Anteil auf zehn Prozent zu erhöhen.

Dieses Vorhaben ist Teil des Nationalen Plans für Bildung (PNE) und sieht vor, dass dieses Ziel innerhalb von zehn Jahren erreicht werden soll. Momentan liegt der für Bildung verwendete Anteil des BIP in Brasilien bei 5,1 Prozent. In fünf Jahren soll er 7 Prozent betragen. Die Novelle benötigt noch die Zustimmung des Senats sowie die Unterschrift der Präsidentin.

Umstrittenes Vorhaben

Bildungsminister Aloizio Mercadante begrüßte in einer Erklärung diesen Vorstoß, merkt jedoch an, dass es „eine politisch schwierig umzusetzende Aufgabe“ werden dürfte, diesen Schritt auch durchzusetzen. Die vorgesehene Erhöhung des Bildungsanteils im BIP sei einer der umstrittensten Punkte des Plans gewesen, so der Minister.

Der Bildungsplan sieht insgesamt 20 Ziele vor, die in den kommenden zehn Jahren erreicht werden sollen. Dazu gehören unter anderm auch eine Erhöhung der Investitionen in die öffentliche Bildung, eine Erhöhung der Löhne für Pädagogen oder die Beseitigung des Analfabetismus im Land.

Die Ausgaben für Bildung, Forschung und Wissenschaft in Deutschland betrugen im Jahr 2010 aufgrund mehrerer Sonderprogramme 9,5 Prozent des BIP. Bund und Länder haben vereinbart, diesen Anteil bis 2015 ebenfalls auf 10 Prozent zu steigern. (bh)