Kolumbien |

Zahl der Flüchtlinge gestiegen

Mindestens 7500 neue Vertriebene hat der bewaffnete Konflikt in Kolumbien allein im ersten Halbjahr 2010 produziert. Das berichtete die Menschenrechts-Organisation der Vereinten Nationen (UNOCHA) am Dienstag (Ortszeit) in der Hauptstadt Bogota. Nach dem Bericht seien im gleichen Zeitraum mindestens 20 Kinder und Jugendliche bei Kämpfen ums Leben gekommen. Betroffen sei insbesondere die Region El Charco in der Provinz Narino, in der es zuletzt heftige Gefechte zwischen der marxistischen Rebellenorganisation Farc und der kolumbianischen Armee gegeben habe. Vor allem indigene und afro-kolumbianische Dörfer hätten unter den Folgen der Kämpfe zu leiden, heißt es in dem Report. In Kolumbien tobt seit Jahrzehnten ein gewaltsamer Konflikt zwischen linken Guerilla-Gruppen, rechten Paramilitärs und der regulären Armee.

Unterdessen berichteten Menschenrechts-Organisationen ebenfalls am Dienstag, dass ein Vertreter der Binnen-Flüchtlingsorganisation Nueva Florida nach einem Attentat seinen schweren Verletzungen erlegen sei.

Wer hinter dem Anschlag in der zentralkolumbianischen Stadt Popayan steckt, ist unbekannt. Seit 2002 wurden in Kolumbien bereits 38 ranghohe Vertreter von Flüchtlingskommissionen ermordet.
In der Stadt Puerto Asis sorgt derweil eine über das soziale Netzwerk "Facebook" verbreitete Todesliste für Panik unter den Jugendlichen.

Zwei der auf der Liste aufgeführten Kinder und Jugendlichen wurden bereits ermordet. Die Polizei will nun klären, ob es sich bei der Todesliste um einen makaberen Scherz oder eine ernsthafte Bedrohung handelt.

Quelle: kna