Brasilien |

Zahl arbeitender Kinder gestiegen

Trotz zahlreicher Aufklärungskampagnen der brasilianischen Regierung ist die Zahl arbeitender Kinder dort leicht gestiegen. Wie das nationale Statistikamt am 19. Dezember bekanntgab, arbeiteten zum Erhebungszeitpunkt 2010 in dem südamerikanischen Land 710.000 Kinder zwischen 10 bis 13 Jahren; dies ist ein Anstieg von gut 1,5 Prozent gegenüber der Erhebung von 2000.

Die Zahl der arbeitenden Jugendlichen nahm hingegen deutlich ab. So sank die Zahl der werktätigen 14 bis 17-Jährigen von 3,2 Millionen auf nun 2,6 Millionen; das entspräche 19,4 Prozent aller Personen dieser Altersgruppe (2000: 22,6 Prozent). Nach brasilianischem Recht dürfen Jugendliche erst ab dem 16. Lebensjahr arbeiten; ab dem 14. dürfen sie eine Ausbildung absolvieren.

In den vergangenen Jahren hatte die Regierung verstärkt Medienkampagnen gegen Kinderarbeit durchgeführt. Diese zeigten laut der Statistik besonders in den Städten Wirkung. Hier arbeiteten derzeit noch 3,3 Prozent aller Kinder im Alter von 10 bis 13 Jahren. In den ländlichen Regionen liege der Wert mit 13,6 Prozent weiter sehr hoch. Im landesweiten Durchschnitt müssen 5,2 Prozent aller Kinder in dieser Altersstufe arbeiten. Davon gehe jeder zehnte zudem nicht in die Schule. Laut dem Statistikamt gehen 97 Prozent aller brasilianischen Kinder regelmäßig zur Schule; 400.000 Kinder (3 Prozent) blieben dem Unterricht fern.

Quelle: KNA