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Yucatün verschärft Gesetze zu Menschenhandel

Mexikos Halbinsel Yucatán hat seit dem 15. März ein neues Gesetz zum Menschenhandel. Einstimmig verabschiedeten die Abgeordneten des Bundesstaates Yucatán einen Änderungsvorschlag der Abgeordneten Lizbeth Medina von der Partei PAN.

Dank des neuen Gesetzes können Haftstrafen von acht bis 25 Jahren und eine Geldstrafe mit Tagessätzen von 200 bis 500 Peso pro Tag (ca. 30 Euro) verhängt werden. Damit wurde das Strafmaß gegenüber der früheren Regelung fast verdoppelt. Mit einer Aufklärungskampagne sollen Jugendliche des Bundesstaates besser geschützt werden.

Zudem wird der Begriff des Menschenhandels genau definiert. Egal, ob Opfer ihr "Einverständnis" mit der Straftat erklärt hatten: liegen Fakten, die auf Menschenhandel schließen, vor, muss künftig ermittelt und die Straftat verfolgt werden.

Der Trick mit den falschen Versprechungen

Kurz vor Verabschiedung der neuen Gesetzesnovelle hatten mexikanische Behörden neun Frauen aus El Salvador und Honduras befreit. Sieben von ihnen waren minderjährig. Hehler hatten die jungen Frauen im mexikanischen Bundesstaat Chiapas angesprochen, ihnen Arbeit zugesagt, sie dann aber binnen kürzester Zeit zur Prostitution gezwungen.

Die Behörden sehen sich im nahe zu Guatemala und Belize gelegenen Bundesstaat Yucatán mit kriminellen Banden konfrontiert, die im Süden Mexikos, in Guatemala, El Salvador, Honduras und Südamerika operieren.

Menschenhandel begeht nach der neuen Regelung unter anderem, wer irgendeinen Vorteil aus sexueller Ausbeutung, Prostitution, Organ- oder Gewebeentnahme, sklavenähnlichen Arbeitsverhältnissen, Zwangsarbeit, Hehlerei und Bettelei zieht. Schuldig machen sich sowohl Menschen, die die Taten begehen, als auch jene, die sie zulassen, die Opfer transportieren, anwerben etc. und dabei Freiheitsberaubung, psychischen und physischen Druck, Verführung, Täuschung und Machtmissbrauch gegenüber Schutzbefohlenen oder materiell Bedürftigen anwenden.

Aufklärungskampagne zum Schutz Jugendlicher

Damit Jugendliche aus Yucatán den Häschern nicht ins Netz gehen, sollen sie durch eine Kampagne verschiedener Gruppen aufgerüttelt werden. "Der sexuellen Ausbeutung von Frauen, Jungen und Mädchen vorbeugen. Weißt du, worum es sich handelt?“, ist das mit einem Wortspiel operierende Motto der Aktion, die Jugendliche im Alter zwischen 15 und 25 Jahren informieren soll.

Die Kampagne wird von der Theatergruppe Los Indeseables Art Krew mit Unterstützung der US-Organisation USAID getragen. Die in diesem Monat beginnenden Aufführungen werden in Bildungseinrichtungen und auf öffentlichen Plätzen aufgeführt. Im Stück wird die Geschichte einer hübschen jungen Mexikanerin erzählt, der ein Mann Arbeit in Europa verspricht. Doch auf der Reise nimmt man ihr den Pass weg und sie verschwindet spurlos...

Autorin: Camila Queiroz in Adital; deutsche Bearbeitung: Bettina Hoyer