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XI. Weltsozialforum fordert gerechtere Welt

Mehr als 60.000 Besucher aus über 120 Ländern eröffneten am 6. Februar mit einem Protestmarsch das XI. Weltsozialforum in Senegals Hauptstadt Dakar. Laut Presseberichten kommen die meisten Teilnehmer dieses Mal aus dem Senegal selbst und anderen Staaten Westafrikas.

Bei der Eröffnungsfeier erklärte der bolivianische Präsident Evo Morales, der Kampf der Völker für die Befreiung von Kapitalismus und Imperialismus sei ebenso wenig zu stoppen wie die „Rebellion der arabischen Völker".

Afrika mit „glänzender Zukunft“

Der vor kurzem aus dem Amt geschiedene brasilianische Ex-Präsident Lula da Silva nahm am 8. Februar auf dem Afrikatag an einer Diskussion über die geopolitische Rolle des afrikanischen Kontinents teil. Er plädierte für eine Zunahme von Süd-Süd-Kooperationen und attestierte Afrika eine glänzende Zukunft. "Angesichts der Nahrungsmittelkrise ist Afrika der einzige Kontinent, der über genügend Land verfügt, um das Problem auf produktive Weise und nicht mittels Spekulationen anzugehen“, erklärte Lula.

Noch bis zum 11. Februar werden die Globalisierungskritiker sich in bis zu 1.200 Veranstaltungen zu den drei Themenschwerpunkten "Kapitalismuskritik", "Schaffung alternativer demokratischer Strukturen und Partizipation“ und „Widerstand gegen imperialistische Strukturen“ in zahlreichen Diskussionsforen und informellen Gesprächen austauschen, so die Nachrichtenagentur Servindi.

Kritischer Gegenpol zum Weltwirtschaftsforum

Das Weltsozialforum wurde im Jahr 2001 als Gegenpol zum Weltwirtschaftsforum in Davos ins Leben gerufen. Damals versammelten sich erstmals Globalisierungskritiker unter dem Motto „Eine andere Welt ist möglich“. Das Forum wird in diesem Jahr zum zweiten Mal auf dem afrikanischen Kontinent abgehalten, nachdem es 2007 in der kenianischen Hauptstadt Nairobi stattfand. (bh)