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WJT 2013: Große Anerkennung für die Kirche

„Wir freuen uns auf den Weltjugendtag 2013 – ein Ereignis, das sicher größer ist als eine Weltmeisterschaft und die Olympischen Spiele zusammengenommen", sagte der Vorsitzende der Jugendkommission der Brasilianischen Bischofskonferenz, Dom Eduardo Pinheiro da Silva auf Anfrage von Adveniat. Die Entscheidung für Brasilien als Veranstaltungsort des Weltjugendtages (WJT) bedeute zum einen „die Anerkennung vonseiten der Kirche, dass wir in der Lage sind, diese Veranstaltung auszurichten“, und zum anderen werde damit „die Stärke und Schönheit des katholischen Lebens in einem Land gewürdigt, in dem die Jugendlichen die Mehrheit der Bevölkerung ausmachen".

Papst Benedikt XVI. hat Brasilien als Veranstaltungsort für das nächste Jugendtreffen im Rahmen des Abschlussgottesdienstes des WJT in Madrid Rio de Janeiro als bekannt gegeben. Vom 16. bis 21. August feierten rund 440.000 junge Menschen aus 192 Nationen in Spanien gemeinsam ihren Glauben. Über 13.000 Weltjugendtagsteilnehmer waren aus Brasilien angereist.

„Großartig, dass das Land mit den meisten Katholiken weltweit als Gastgeber für den nächsten Weltjugendtag ausgewählt wurde“, sagte auch Adveniat-Geschäftsführer Prälat Bernd Klaschka. 68 Prozent der 191 Millionen Brasilianer sind katholisch. Das Durchschnittsalter der brasilianischen Bevölkerung liegt bei 28,6 Jahren. Das Treffen werde gewiss eine „große Bereicherung“ für die jungen Menschen, „von denen ein großer Teil in einer durch Armut und Gewalt bestimmten Gesellschaft aufwächst“, sagte Klaschka. Die Förderung der Jugend sei dem Lateinamerika-Hilfswerk ein besonderes Anliegen, so der Geschäftsführer. Klaschka sei gespannt, welche Projektanträge anlässlich des WJT an das Lateinamerika-Hilfswerk herangetragen werden. Im vergangenen Geschäftsjahr hat Adveniat in Brasilien insgesamt 805 Projekte mit etwa 10 Millionen Euro gefördert.

Weihbischof Pinheiro erhofft sich durch den WJT für die brasilianischen Jugendlichen, dass sie „in ihrer kirchlichen und gesellschaftlichen Mitverantwortung – vor allem für die besonders benachteiligten und ausgebeuteten Mitmenschen – wachsen und dass sie aufgeschlossen werden dafür, sich immer mehr für das Leben einzusetzen“. Die zahllosen Grausamkeiten, die Jugendliche in Brasilien erleben müssten, „lenken sie ab, entmutigen sie und führen sie vom rechten Weg ab“. Die katholische Kirche mache auf jegliche Form von Gewalt gegen Jugendliche aufmerksam und versuche gute Voraussetzungen für einen kontinuierlichen Reifungsprozess junger Menschen zu schaffen. Ganz sicher würden durch ein Großereignis wie den Weltjugendtag die Jugendlichen sehr viel mehr dazu angeregt sein, „sich wieder verstärkt an den echten Werten, die die menschliche Würde ausmachen, zu orientieren“, sagte Pinheiro.

Hinsichtlich der Logistik steht Brasilien aufgrund des Tripels WJT 2013, Fußballweltmeisterschaft 2014 und Olympische Spiele 2016 laut Jugendbischof Pinheiro „vor großen Herausforderungen, um auf die großen Scharen von Besuchern vorbereitet zu sein“: „Im Jahr 2013 werden wir mitten in unzähligen Sanierungs- und Baumaßnahmen sowie städteplanerischen Umgestaltungsvorhaben stecken“, sagte Pinheiro. Die Regierung werde sich aber „nach Kräften dafür einsetzen, dass die für den WJT erforderlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden“.