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Wirbel um Bachelets Kandidatur zur Präsidentschaft

Chiles sozialdemokratische Ex-Präsidentin Michelle Bachelet hat am 27. März offiziell ihre Kandidatur für die im November diesen Jahres anstehenden Präsidentschaftswahlen im südamerikanischen Land erklärt. „Ich werde dafür arbeiten die kommende Regierung zu leiten, die erste Regierung einer neuen gesellschaftlichen Mehrheit, die uns den Kampf gegen die Ungleichheit ermöglicht“, so die 61-Jährige auf einer Pressekonferenz anlässlich einer Ausstellungseröffnung über ihre erste Amtszeit von 2006 bis 2010.

„Ich bin bereit die Herausforderung anzunehmen, ich habe die Entscheidung getroffen Kandidatin zu sein“, erklärte die Tochter des Luftwaffengenerals Alberto Bachelet, der beim Putsch 1973 Präsident Salvador Allende loyal blieb und nach Folter verstarb. Nach ihrem Rücktritt von der Präsidentschaft der Frauenorganisation der Vereinten Nationen UN Woman mit Sitz in den USA war die erste weibliche Staatschefin Chiles am 27. März in ihr Heimatland zurückgekehrt.

Gleich nach ihrer Ankunft hatte eine Falschmeldung für Wirbel gesorgt. Derzufolge habe ein Flughafenangestellter die Präsidentschaftskandidatin der sozialdemokratischen Partei „Versöhnung“ wegen „ihres Verrates 2006“ bei den Studentenprotesten verbal angegangen und sei daraufhin verhaftet worden. Die vermeintliche Antwort von Bachelet „Du hast doch keine Ahnung wovon Du redest“ hatte in Internetforen die Runde gemacht.

Auch die Anwesenheit von Hauptstadt-Bürgermeisterin Carolina Tohá auf dem Airport wurde von Bachelet-Gegnern skandalisiert. Während eines Arbeitstages habe die Politikerin „Wahlkampf auf Steuerkosten“ gemacht, zitierten Medien Facebook-Attacken von Anhängern der Piñera-Administration. Sie habe frei genommen und sei „als Staatsbürgerin“ vor Ort gewesen, verteidigte sich Tohá. Bachelet, die zu Diktaturzeiten in der Deutschen Demokratischen Republik Asyl erhalten hatte, stehe für „einen Weg der Revolution und des Bruchs“, erklärte der Chef der Regierungspartei „Nationale Erneuerung“ Carlos Larraín. In der Vergangenheit hatte der Jurist Frauen als „schwach“ und „hilfsbedürftig“ bezeichnet. (bb)