Haiti |

"Wie nach einem Bombenangriff"

Auch vier Tage nach dem Erdbeben ist die Situation in Haiti äußerst dramatisch. Die Situation im Land sei wie nach einem 15-tägigen Angriff: so beschreibt Präsident René Préval die Folgen des Erdbebens. Insgesamt könnten bis zu 200.000 Menschen das Leben verloren haben. Wie der Innenminister Antoine Bien-Aimé sagte, seien bisher 50.000 Leichen geborgen worden.

USA übernimmt Kontrolle des Flughafens

Haiti hat die Kontrolle des Flughafens in Port-au-Prince den USA übertragen, damit die Hilfslieferungen schneller und koordinierter vonstatten gehen. Derzeit könenn höchstens 90 Flugzeuge pro Tag landen. Der Seehafen ist schwer beschädigt und nicht nutzbar.

Wenig Bergungshilfen

Wie die haitianische Nachrichtenagentur AlterPresse berichtet ist Haiti nach wie vor im Schockzustand. Immer noch seien viele Leichen in den Straßen. Die Gerüche der verwesenden Körper seien unerträglich. Viele Menschen liefen mit Mundschutz herum. Es gebe wenige Traktoren und Bergungsmaterial, viele Menschen versuchten weiter mit eigenen Händen, Angehörige zu bergen.

Polizei und Staat wenig präsent

Es gebe viel Solidarität untereinander, allerdings auch Plünderungen. Die Polizei und die Minustah seien kaum präsent, ebensowenig der Staat.
Die Kommunikation sei weiterhin äußerst schwierig, die telephonischen Leitungen sowie die meisten Redaktionen seien schwer beschädigt.
Viele Menschen versuchten zu Fuß, mit ein wenig Gepäck auf dem Rücken aus Port-au-Prince in die Provinzen zu gelangen.
Je mehr Zeit vergehe, desto stärker wachse die Angst unter den Haitianern, dass verschwundene Angehörige nicht mehr lebend gefunden werden könnten.