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Widersprüchliche Angaben zur Auswanderung

Nach Angaben des dominikanischen Migrationsministers, Sigfrido Pared Pérez, lebt derzeit rund eine Million Haitianer in der Dominikanischen Republik, rund 15 Prozent mehr als vor dem Erdbeben am 12. Januar in Haiti. Damit widerspricht der Minister den Aussagen des dominikanischen Botschafters in Port-au-Prince, Ruben Silie Valdez, der in einem Radiointerview gesagt hatte, dass die öffnung der haitianisch-doiminikanischen Grenze nach dem Erdbeben keine massive Auswanderung nach sich gezogen habe.

Wie Minister Pared weiter berichtete, hätten die Migrationsbehörden und die dominikanische Armee zahlreiche illegale Migranten nach Haiti zurückschicken müssen. Von der Abschiebung seien nur Neuankömmlinge betroffen gewesen, nicht aber Haitianer, die schon seit längerer Zeit ohne Papiere in der Dominikanischen Republik lebten. Die Abschiebungen hätten dazu beigetragen, dass die haitianische Emigration in die Dominikanische Republik nicht noch höher ausfalle, so der Minister. Da Haiti sich langsam von der Notstandssituation erhole, sei dieser „illegale Zustrom“ nicht mehr gerechtfertigt.

Im Juni hatte Igor Bosc, ein Vertreter der Vereinten Nationen (UNFPA) in Haiti, geschätzt, dass rund 70.000 Haitianer nach dem Erdbeben ihr Land verlassen haben.

Quelle: Radio Métropole