Mexiko |

Wertvoller Bauhaus-Teppich wieder aufgetaucht

Anni Albers in ihrer Webwerkstatt im Black Mountain College, North Carolina 1937. Foto: Anni Albers 1937, Billy BlackCC BY 4.0, Zuschnitt

Im berühmten Hotel Camino Real in Mexiko-Stadt ist ein wertvoller Teppich der Bauhaus-Künstlerin Anni Albers nach mehr als 30 Jahren wieder aufgetaucht. Bemerkenswert ist, dass der Teppich in genau diesem Hotel als Wandschmuck hing, bevor er seit den 1980er Jahren nicht mehr aufzufinden war. Ein ganzes Team von Experten war vier Monate lang damit beschäftigt, das mehr als 100 Jahre alte Kunstwerk zu restaurieren.

Anni Albers (1899-1994) erlangte erst spät Weltruhm. Zu ihren Lebzeiten galten gewebte Werke mehr als Kunsthandwerk, denn als Kunst. Im Zuge des diesjährigen 100. Jubiläums der Bauhaus-Kunst in zahlreichen Museen der Welt, wird ihr Werk jedoch posthum als revolutionär bezeichnet. „Ihre Fäden führten in die Zukunft“, schrieb beispielsweise Hannah Pilarczyk von Spiegel Online. Zu Lebzeiten galt sie mehr als Schülerin der großen Bauhaus-Künstler, denn selber als Künstlerin. In vergangenen Jahr widmete das Museum in Düsseldorf ihr eine komplett eigene Ausstellung.

Äußeren Zwängen unterworfen

Anni und ihr späterer Mann Josef Albers flohen während des Nationalsozialismus in die USA und arbeiteten gemeinsam im Exil weiter. Eine ihrer größten Inspirationsquellen soll Paul Klee gewesen sein. Von den USA aus besuchte das Ehepaar auf einer seiner zahlreichen Reisen auch Mexiko. Dort entdeckten die beiden Künstler die Werke der indigenen Kulturen für sich. Sowohl Josef als auch Anni sollen davon so berührt gewesen sein, dass sie dies fortan ebenfalls in ihre Werke mit einfließen ließen.

Der Hotelbesitzer des Camino Real scheint selber noch etwas ungläubig über diesen Fund in seinem Haus: „Wir wussten, dass Anni zu diesen Künstlern gehörte, doch erstmal sahen wir nur einen alten zusammengerollten Teppich im Keller“, sagte er gegenüber der Tageszeitung El Pais. (aj)

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