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Weniger Hunger, mehr soziale Ungleichheit

In Lateinamerika und der Karibik ist der Hunger in den letzten 20 Jahren so stark zurückgegangen wie in keiner anderen Region der Welt. Einem Bericht der Welternährungsorganisation FAO zufolge bleibt die soziale Ungleichheit aber im internationalen Vergleich weiterhin sehr ausgeprägt. Die erfolgreiche Hungerbekämpfung lässt sich nicht nur am gesunkenen Prozentsatz der Menschen, die in Lateinamerika und der Karibik Hunger leiden, festmachen, auch in absoluten Zahlen ist ein Rückgang festzustellen. An der Veröffentlichung zum weltweiten Zustand der Nahrungssicherheit im Jahr 2012 haben auch der Internationale Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD) und das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) mitgewirkt.

Brasilien und Peru führend bei Hungerbekämpfung

Im Zeitraum 1990 bis 1992 betrug die Zahl der Hungernden in Lateinamerika und der Karibik 65 Millionen Menschen (14,6 Prozent der Gesamtbevölkerung). Von 2010 bis 2012 sank die Zahl auf 49 Millionen (8,3 Prozent der Bevölkerung). Brasilien und Peru erzielten die größten Fortschritte: Beiden Ländern gelang es in dem Dreijahreszeitraum, die Zahl der Menschen, die Hunger leiden, um jeweils zwei Millionen zu verringern. Was die Unterernährung betrifft, definiert als das Erleiden chronischen Hungers, so ging der Anteil der Betroffenen in Lateinamerika und der Karibik in den vergangenen 20 Jahren von 6,5 auf 5,6 Prozent zurück.

Trotz des starken Wachstums der Region während des vergangenen Jahrzehnts bereitet das weiterhin sehr hohe Niveau an sozialer Ungleichheit Sorge. Das Dokument spricht von einer deutlich höheren Kluft als in anderen Teilen der Welt. Dies gelte vor allem für die ungerechte Verteilung von Land. In dem Maße, in dem die Ungleichheit wachse, werde der Kampf gegen Armut und Hunger erschwert, besonders in ländlichen Räumen.

Erstes UN-Millenniumsziel in Reichweite

Die FAO weist darauf hin, dass Lateinamerika und die Karibik sich dennoch der Erfüllung der Ziele des Welternährungsgipfels nähern, der 1996 in Rom stattfand. Das gleich gelte für das erste Millenniums-Entwicklungsziel der Vereinten Nationen, das bis 2015 eine Halbierung von Hunger und Armut, bezogen auf den Stand von 1990, vorgibt. (bs)

Quelle: www.noticiasaliadas.org