Bolivien |

Weniger Armut durch Umweltschutz

Für ihren »außergewöhnlichen Einsatz« zum Schutz der Natur und Armutsbekämpfung ist die bolivianische Tiefland-Gemeinde der Tsimane-Moseten-Indígenas mit dem diesjährigen Preis »Iniciativa Ecuatorial« ausgezeichnet worden. Die mit 5.000 US-Dollar honorierte Auszeichnung wird alle zwei Jahre an 25 lokale und indigene Gemeinden in Afrika, Asien, Lateinamerika, Karibik und Pazifikraum vergeben, die sich zwischen dem 23,5ten Längengrad nördlich und südlich des Äquators für Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung einsetzen.

Vergeben wurde die Ehrung für mehrere Projekte des »Regionalrats der Tsimane und Moseten« (CRTM), in dem sich 22 Gemeinden in den Departamentos Beni und La Paz zusammengeschlossen haben. Besonders hervorgehoben wurde die nachhaltige Verwendung des Jatata-Baumes (Geonoma deversa), einer Palmenart in den bolivianischen Amazonas-Departamentos. Das grüne Jatata-Blatt mit einer Größe von zwei Metern Länge und einem Durchmesser von 60 Zentimetern ist feuerfest, hält acht bis zehn Jahre, und wird wegen seiner Wasserundurchlässigkeit sowie Kühle spendenden Eigenschaften von den Gemeinden zum Bau von Hüttendächern verwendet.

Daneben wird das Jatata-Blatt ins Ausland exportiert und trägt damit zur Verbesserung der wirtschaftlichen Lage bei. Mit der ökotouristischen Herberge von Mapajo wurde ein weiteres CRTM-Projekt ausgezeichnet. Durch diese sanfte Art des Tourismus am Ufer des Río Quiquibey lernen jährlich rund 4000 Touristen aus aller Welt das Leben im Amazonas kennen. (bb)