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Welttag des Flüchtlings

Anlässlich des UN-Weltflüchtlingstages am 20. Juni haben die Organisation „Entreculturas“ und der Jesuitenflüchtlingsdienst die schlechte Behandlung haitianischer Auswanderer kritisiert. Die äußerst schwierige Situation in Haiti bewegt immer mehr Haitianer und Haitianerinnen, in die USA oder in lateinamerikanische Länder auszuwandern.

Nach dem schweren Erdbeben im Januar 2010 leben in Haiti noch immer über eine Million Menschen in Flüchtlingslagern. Ihre Situation wurde durch die starken Regenfälle und Überschwemmungen der letzten Wochen sowie die anhaltende Cholera-Epidemie noch einmal verschlimmert. Viele fliehen deshalb aus ihrer Heimat.

Allerdings gehe die Aufnahme der Migranten häufig nicht auf friedliche Weise vonstatten, wie Entreculturas und der Flüchtlingsdienst beklagen. Oft würde den Menschen der Schutz und die nötige Hilfe verweigert und zugleich versucht, die Migrationspolitik weiter zu verschärfen. Wenn die Auswanderung gelinge, bestehe hingegen die Gefahr, Schlepperbanden und Menschenhändlern in die Hände zu fallen. Hinzukomme eine hohe Diskriminierung und Ausbeutung der Flüchtlinge, betonen die Organisationen.

Mehr Informationen zur Lage der haitianischen Flüchtlinge finden Sie in einem Bericht auf blickpunkt-lateinamerika.de.


In der Dominikanischen Republik ist die Situation für haitianische Migranten besonders schwierig. Viele Menschen stünden hier den Auswanderern ablehnend gegenüber, berichtet der Jesuitenflüchtlingsdienst. Die dominikanische Solidaritätswelle gegenüber Haiti kurz nach dem Erdbeben sei inzwischen abgeebbt.

Doch es gibt auch Gegenbeispiele: Adveniat unterstützt die Schwestern „Misioneras Franciscanas“, die an der Grenze zu Haiti leben und mit Krankenpastoral, Katechese und einer Pfarrschule an der Seite der Migranten stehen. In ihrer Suppenküche versorgen sie zudem unterernährte haitianische Kinder.

Auch die Arbeit der Kongregation „Hermanas de San Juan Evangelista“ wird von Adveniat gefördert. Die Schwestern kümmern sich insbesondere um haitianische Migrantinnen, die wirtschaftlicher, sexueller und psychischer Gewalt ausgeliefert sind. Durch Weiterbildungsmaßnahmen versuchen die Schwestern, das Selbstbewusstsein der Frauen zu stärken.