Bolivien |

Welternährungsorganisation beendet Quinoa-Kampagne

Regierung, Bauern und Exporteuren zufolge hat Bolivien beim "Internationalen Jahr der Quinoa-Pflanze 2013" sechs von zehn selbst gesteckten Zielen erreicht. Laut des Chefs im bolivianischen Vizeministerium für ländliche Entwicklung, Víctor Vásquez, sei Verkauf und Verbrauch vom nährstoffreichen "Gold der Inka" sowohl im In- wie im Ausland merklich gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr sei der Export von Januar bis November 2013 um 86 Prozent gewachsen, allein die Exporte in die USA hätten sich verdreifacht und neue Märkte seien erschlossen worden.

Insgesamt seien Quinoa-Körner im Wert von 132,1 Millionen US-Dollar ausgeführt worden. Auch sei Bolivien heute das Land mit der weltweit größten Quinoa-Produktion überhaupt, so der Vizeminister gegenüber der Tageszeitung "La Razón". Geklärt wurde die umstrittene Herkunft des Andenkorns als bolivianischen Ursprungs. Ein internationales Agro-Kompetenzzentrums für Quinoa (CIQ) wurde gegründet und Anbauflächen sowie Stärkung von Forschung und Technologie ausgeweitet.

Schließlich sei der Bau von Verarbeitungsstätten und die Einführung neuer Maschinen geschafft worden, erklärte Vásquez. Die guten Exportpreise würden allerdings im Inland die Preise für Quinoa in die Höhe treiben, so Paola Mejía vom Exportverband für Bioprodukte (CABOLQUI). Vor zehn Jahren hätten 50 Kilogramm noch 250 Bolivianos gekostet, heute seien es 2020 Bolivianos (207 Euro). Nicht erreicht beim von der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ausgerufenen "Internationalen Jahr der Quinoa" 2013 unter anderem die Industrialisierung, eine Fabrik zur Quinoa-Verarbeitung sei jedoch in der Abschlussplanung.

Das Quinoa-Jahr war von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und den Regierungen der Andenstaaten Peru, Kolumbien, Ecuador und Bolivien ausgerufen worden. Die in den Anden beheimatete Körnerfrucht ist besonders nahrhaft und leicht anzubauen und damit ein wichtiges Instrument im weltweiten Kampf gegen Unter- und Mangelernährung. (bb)