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Weiterhin viel Gewalt gegen Ureinwohner

Die Gewalt gegenüber Brasiliens Ureinwohnern hat auch im vergangenen Jahr Besorgnis erregende Ausmaße angenommen. Das ergab eine Studie des Indianermissionsrates der katholischen Kirche (CIMI), die an diesem Freitag in Brasilia vorgestellt wird. Im Erhebungsjahr 2009 seien insgesamt 60 Indios ermordet worden. Zudem habe es 16 Mordversuche gegeben.

Bereits 2008 dokumentierte der Rat ähnlich hohe Zahlen. Damals sei es zu 60 Morden, 29 Mordversuchen und 12 Morddrohungen gegen Ureinwohner gekommen. In der Mehrzahl der Fälle handele es sich um Landkonflikte zwischen weißen Siedlern und Indigenen.

Die Zahlen belegten einen fehlenden politischen Willen der Regierung zur Lösung der Probleme, so CIMI-Berater Roberto Antonio Liebgott im Vorwort des Berichts. Er fordert eine verschärfte Kontrolle der Reservatgrenzen sowie eine raschere Demarkation neuer Indiogebiete. Zudem weist Liebgott auf die Gewalt von Polizisten gegen Indios hin. Immer wieder komme es zu Übergriffen und Folter durch Polizisten.

Besonders besorgniserregend sei die Situation der Guarani-Kaiowas im Bundesland Mato Grosso do Sul, so CIMI. Dort lebt die zahlenmäßig größte Indiobevölkerung. 2009 kam es hier laut Bericht zu 33 Morden an Ureinwohnern, mehr als die Hälfte aller Fälle in ganz Brasilien. Die Studie bezeichnet die systematische Verfolgung der Indios durch Landbesitzer und die Untätigkeit der Behörden als "institutionellen Rassismus".

Quelle: kna