Bolivien |

Weiterer TIPNIS-Marsch angekündigt

Die Gemeinschaften im indigenen Territorium Isibore Secure (TIPNIS) haben gestern einen weiteren Protestmarsch nach La Paz angekündigt. Der Entschluss zum erneuten TIPNIS-Marsch wurde auf einer Versammlung (CIDOB) getroffen, an der 39 Vertreter der insgesamt 64 Gemeinden teilnahmen. Die Bewohner der Region wollen so ab dem 20. April gegen die erneuten Verhandlungen über das Straßenbauprojekt in der Region protestieren, die die bolivianische Regierung plant. „Das Datum steht fest, wir werden aber auf einer weiteren, größeren Versammlung noch die genaue Route bestimmen“, erläuterte Lázaro Tacoo, einer der Leiter von CIDOB, im Anschluss an die Entscheidung.

Der Konflikt um die Straße zwischen den Bezirken Cochabamba und Beni beschäftigt die bolivianische Politik und Gesellschaft bereits seit mehr als einem halben Jahr. Die Gegner des Großprojekts, was von der brasilianischen Firma OAS finanziert würde, befürchten illegale Abholzung, Umweltzerstörung sowie eine Ausdehnung des Dogenschmuggels im Grenzgebiet zu Brasilien. Sie drückten ihren Protest schon im vergangen Jahr mit einem Marsch nach La Paz aus, der von August bis Oktober andauerte. Auslöser der Proteste war auch die Tatsache, dass die betroffenen indigenen Gemeinden vor Vertragsabschluss nicht konsultiert worden sind, obwohl die Verfassung Boliviens dies vorsieht. Nach der Ankunft der Demonstranten in der bolivianischen Hauptstadt erließ der Präsident Evo Morales ein Gesetz, das den Bau der Straße vorerst stoppte.

Auch die Befürworter der Straße mobilisierten ihre Anhänger Ende 2011 zu einem Marsch nach La Paz. Die Protestler, die den Plan einer Verbindungsstraße unterstützen, erhoffen sich davon eine bessere Integration der Region und somit eine Verbesserung der sozialen Dienstleistungen in dem Gebiet. (aj)