Honduras |

Wasserkraftprojekt Agua Zarca eingestellt

Der Betrieb des umstrittenen Wasserkraftwerks Agua Zarca in Honduras wurde am 9. Juli 2018 von den Behörden eingestellt. Das wurde auch von der Betreiberfirma, dem honduranischen Energieunternehmen DESA (Desarrollos Energéticos Sociedad Anónima) bestätigt. DESA betonte allerdings, dass das Unternehmen weiterhin „soziale Investitionen“ in die Gemeinden im Westen von Honduras tätigen werde, um die dortige Infrastruktur zu „verbessern“. Grund sei, dass viele der Bewohner*innen das Projekt befürwortet hätten.

 

Die indigene Aktivistin Berta Cáceres hatte stets das Land der indigenen Lenca verteidigt und gegen das Projekt gekämpft und war deswegen 2016 ermordet worden. Die Familie von Berta Cáceres, die den indigenen Dachverband COPINH (Consejo Cívico de Organizaciones Populares e Indígenas de Honduras) gegründet hatte, begrüßte die Entscheidung. Der Rückzug des Projekts sei ein Triumph für die Lenca und für Berta Cáceres selbst. Die Anführerin des Kampfes gegen das Wasserkraftwerk wurde in der Nacht auf den 3. März 2016 in ihrem Haus in La Esperanza erschossen. Das Projekt der DESA wurde von der Niederländischen Entwicklungsbank FMO und dem Finnischen Fonds für Industrielle Zusammenarbeit FINNFUND finanziert. Nach dem Mord sowie weiteren Attentaten zogen sie ihre Unterstützung zurück.

 

„Der Kampf von Berta war nicht umsonst“

 

Bei dem Attentat auf Berta Cáceres wurde auch der mexikanische Umweltaktivist Gustavo Castro angeschossen. Er flüchtete zurück nach Mexiko, weil er sich in Honduras nicht mehr sicher fühlte. Trotz der Straflosigkeit in Honduras und den wirtschaftlichen Interessen sei es gelungen, das Wasserkraftwerk zu stoppen, erklärte er gegenüber dem Portal Cimacnoticias. Damit werde eine Nachricht an die Menschen gesendet, dass ein erfolgreicher Kampf trotz Straflosigkeit und einer korrupten Regierung möglich sei:

„Das nächste Ziel ist der Prozess wegen des Mordes an Berta und dem Mordversuch gegen mich, der im September in Honduras beginnt. Die Täter müssen bestraft werden, aber es ist auch notwendig, dass weiter gegen die Hintermänner ermittelt wird. Denn wenn es kein gerechtes Urteil gibt, wäre das ein schreckliches Signal an die sozialen Bewegungen, den Widerstand und vor allem die Menschenrechtsaktivist*innen.“

Nur ein Etappensieg

Castro bewertete die Schließung von Agua Zarca als einen Etappensieg, der Hoffnung gibt für den weiteren Kampf für die Rechte von Mensch und Umwelt. Trotz des hohen Preises, den die Menschen hätten zahlen müssen, sei der Kampf gegen das Unternehmen, die Regierung, die Banken und andere Investoren dank der zahlreichen Proteste letztlich erfolgreich gewesen. Auch in Mexiko und Chiapas sei es nun notwendig, dem Beispiel von Berta und anderen Bewegungen zu folgen, um zu verhindern, das dort extraktivistische Großprojekte aufgebaut werden.

„Ich glaube, Berta hätte das getan, was ihre Organisation jetzt macht: einen Sieg zu feiern, den die Indigenen zusammen mit der internationalen Solidarität erzielt haben. Berta würde weitere Widerstandsbewegungen in Honduras unterstützen und sich mit weiteren Kämpfen für das Land solidarisieren. In Honduras stehen wir einer hohen Straflosigkeit und Gewalt gegenüber“, , so Castro weiter, „unter einer illegitimen Regierung, die erneut durch Wahlbetrug an die Macht gekommen ist. Diese Regierung wird weiterhin Schürflizenzen erteilen, sie wird weiterhin Sonderwirtschaftszonen und andere extraktivistische Projekte zulassen.“ Es gehe nun darum, den Kampf weiterzuführen, um die Sicherheit von Menschenrechtsaktivist*innen und Journalist*innen in Honduras und Lateinamerika zu gewährleisten.

Quelle: poonal