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Wasser-Geopolitik am Rio de la Plata

Argentinien, Bolivien, Brasilien, Paraguay und Uruguay haben sich auf ein gemeinsames Projekt zum Schutze des Flussbeckens Rio de la Plata geeinigt. Am Montag unterzeichneten die Vertreter der fünf Staaten in Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires das »Rahmenprogramm für die Nachhaltige Verwaltung der Wasserressourcen des Plata-Beckens« .

Ziel des Programms ist die »Stärkung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit zwischen den Regierungen des Plata-Beckens«, so Argentiniens Außenministerium. Die im »Zwischenstaatlichen Verwaltungsgremium des Plata-Beckens« (CIC) zusammengeschlossenen Anrainer wollen die »nachhaltige und gesamtheitliche Verwaltung« des Flusssystems ausbauen. Mit nicht ausgeschütteten Geldern aus dem Weltbank-Umweltfonds GEF sollen die sozio-ökonomischen Folgen von Klimawandel, Überfischung, Rodung, Agro-Chemie, Industrie-Abfällen und Staudamm-Bau abgefedert werden.

In einem Kontext globaler Wasserknappheit, in dem bereits von »Wasser-Kriegen« die Rede sei, müssten die Völker Südamerikas »vereint und vorbereitet« sein, erklärte die Programm-Direktorin Mónica Troadello die geo-politische Bedeutung des 3,1 Millionen Quadratkilometer großen Gebiets. Über- und unterirdische Wasser-Ressourcen, die sich vom Pantanal im Matto Grosso Brasiliens, über den Osten Boliviens, das gesamte Gebiet Paraguays und Uruguays und nahezu ein Drittel Argentiniens erstrecken, sind von hoher strategischer Bedeutung. 70 Prozent der Wirtschaftsleitung dieser fünf Anrainer werden in dieser Zone erwirtschaftet. (bb)