Brasilien |

Wasser als Ware

Feministinnen wehren sich gegen die Vermarktung des Wassers.

Recife. „In aller Welt werden Wasserressourcen zur Entwicklung des Kapitalismus genutzt – zum Schaden der Bevölkerung.“ Das ist das Fazit von Beth Ferreira, Mitglied der Articulação de Mulheres Brasileiras (AMB) und als solche mitverantwortlich für ein Seminar, das am 21./22. Oktober in Recife stattfindet. „Mulheres, trabalho e justiça socioambiental“ heißt die Veranstaltung des Feministischen Institutes für Demokratie (SOS Corpa), die sich unter anderem der Wasserproblematik widmet.

Wer bemächtigt sich des Wasser in der Welt und wofür? Das ist die große Frage, die in diesen Tagen die Teilnehmer beschäftigen wird. Das Wasser sei zur Ware geworden. Als Ressource liege es vor allem in den Händen der Agrarwirtschaft und der Wasserkraftwerke, so die Feministin Ferreira. Ihr Standpunkt: Es sei fundamental, sich dem Wasser und der Erde anzupassen, um sich deren anderen Formen des Reichtums, die durch sie produziert werden, anpassen zu können. Die Thematik soll beispielhaft an der Situation im brasilianischen Bundesstaat Pernambuco, Bolivien und Paraguay veranschaulicht werden.

Auch der Film “As lutas contra a mercantilazação da água” (Die Kämpfe gegen die Vermarktung des Wassers) – eine Produktion des Instituts Eqüit (Gênero, Economia e Cidadania Global) – widmet sich der Problematik. Er zeigt auf, wie Wasserressourcen abgebaut und als verkaufbare Ware gehandhabt werden. Der Film ist auf dem Blog des SOS Corpa veröffentlicht.