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Warnung vor steigenden Lebensmittelpreisen

Die Interamerikanische Entwicklungsbank (BID) warnt in einer Studie vor den Folgen des Anstiegs der Nahrungsmittelpreise in Lateinamerika. Dies könne die Inflation weiter anheizen und vor allem die städtische Armut verschärfen, heißt es in dem Dokument, das am Montag in Washington veröffentlicht wurde. „Es sind dringend gezielte Maßnahmen nötig, um dieser Gefahr entgegenzusteuern“, heißt es in dem Papier der BID.

Deren Autoren plädieren unter diesen Umständen für direkte monetäre Transferzahlungen an die sozial Schwachen, die allerdings an bestimmte Bedingungen und Voraussetzungen geknüpft sein müssten. Der Grund für die steigenden Preise ist zum Teil klimatisch bedingt – etwa die Dürreperioden in Mittelamerika und die Überschwemmungen in Kolumbien – zum Teil auf den Inflationsdruck der boomenden Volkswirtschaften zurückzuführen.

Die Entwicklungsbank kommt zu dem Schluss, dass der Anstieg der Nahrungsmittelpreise in der Region problematischer ist und eher inflationär wirkt als die steigenden Erdölpreise, die nur einigen wenigen Ländern Probleme bereiten werden. Dies ist darauf zurückzuführen, dass ein beträchtlicher Teil der lateinamerikanischen Staaten selbst Erdöl fördert. Die größte wirtschaftliche Herausforderung für die Region ist nach Auffassung der Bank, den derzeitigen Rohstoffboom klug auszunützen und die heimische Wirtschaft gleichzeitig wettbewerbsfähiger zu machen. (saw)