Kolumbien, Politik |

Wahldebakel für Partei der früheren FARC-Guerilla

Es war ein Wahldebakel für die FARC. (Symbolfoto) Foto: Adveniat/Escher
Es war ein Wahldebakel für die FARC. (Symbolfoto) Foto: Adveniat/Escher

In Kolumbien hat die ehemalige Guerilla-Organisation FARC bei ihrem parteipolitischen Debüt bei den Parlamentswahlen ein Debakel erlebt. Wie kolumbianische Medien berichteten, kamen die ehemaligen Guerilleros nach den Hochrechnungen nicht über 0,34 Prozent der Stimmen für den Senat hinaus. Beim Urnengang für die Abgeordnetenkammer reichte es nur zu 0,22 Prozent.

Trotzdem erhält die FARC gemäß dem Ende 2016 mit Präsident Juan Manuel Santos abgeschlossenen Friedensvertrages in beiden Kammern je fünf garantierte Sitze, um ihre politische Teilhabe in den Jahren 2018 bis 2022 sowie in der darauffolgenden Amtsperiode zu garantieren. Die mit Abstand meisten Stimmen gewannen bei den Parlamentswahlen der rechtsgerichtete Ex-Präsident Alvaro Uribe sowie der Grünen-Politiker Antanas Mockus, Ex-Bürgermeister von Bogota.

Weichen für Präsidentschaftswahl gestellt

Unterdessen sind rund zwei Monate vor den Präsidentschaftswahlen wichtige Vorentscheidungen gefallen. In den parteiinternen Vorwahlen setzte sich mit mehr als vier Millionen Stimmen im rechtsgerichteten Bündnis "Große Beratung für Kolumbien" der Kandidat Ivan Duque durch. Er machte anschließend die Zweitplatzierte Marta Lucia Ramirez zu seiner Kandidatin für das Amt der Vizepräsidentin.

Auch im linksgerichteten Bündnis "Soziale Teilhabe für den Frieden" setzte sich mit dem ehemaligen Bürgermeister Bogotas, Gustavo Petro, ein Kandidat eindeutig durch. Der ehemalige Guerillero der Kampfgruppe M19 sammelte rund 2,8 Millionen Stimmen. Mit mehr als 9,2 Millionen abgegebener Stimmen entwickelte sich der Wahlgang zum Urnengang mit den meisten Stimmen in der Geschichte des Landes, so dass improvisierte Wahlzettel ausgegeben mussten.

Quelle: KNA