El Salvador |

Waffenruhe der Jugendbanden weckt Neugier bei OAA

Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAA) interessiert sich für die kirchlichen Vermittlungsbemühungen um die bewaffneten Jugendbanden El Salvadors. Die Tageszeitung "La Prensa Grafica" berichtete unter Berufung auf den salvadorianischen Justizminister David Munguia Payes, die internationale Organisation habe den katholischen Militärbischof Fabio Colindres zu einem Informationsgespräch über den Fortgang der Verhandlungen eingeladen. Die Kirche hatte im März einen Waffenstillstand zwischen den Mara-Banden vermittelt.

Im April verzeichnete El Salvador einen deutlichen Rückgang der Mordfälle um 285 gegenüber dem Vormonat. Hauptstadt-Erzbischof Jose Luis Escobar von San Salvador kündigte unterdessen an, den Weg des Dialogs von Staatspräsident Mauricio Funes weiter zu unterstützen. Funes stellte Gespräche "mit allen Sektoren der Gesellschaft" in Aussicht, um die Gewalt in dem mittelamerikanischen Land zu bekämpfen. Führer der Jugendbanden hatten zuletzt mitgeteilt, Schulen und Bildungseinrichtungen als gewaltfreie Zonen anzuerkennen, und damit eine zweite Phase des Friedensprozesses angekündigt.

Unter dem Begriff "Maras" wird eine Vielzahl von Banden zusammengefasst, die in Nord- und Mittelamerika agieren. El Salvador gilt als Ursprungsland der Bewegung. Die Mitglieder sind zumeist durch eine Tätowierung wie "M", "MS" oder "13" erkennbar, die auf die Zugehörigkeit zu einzelnen Mara-Gruppen hinweisen. Allein in El Salvador gibt es nach Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen bis zu 100.000 Mitglieder dieser gewaltbereiten Gangs, die durch Drogenhandel, Schutzgelderpressung oder Prostitution ihre Einnahmen generieren. - El Salvador zählt wegen seiner Mordrate zu den gefährlichsten Ländern der Welt. Nach UN-Angaben werden täglich zwölf Menschen ermordet.

Quelle: KNA