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Wachstum für Lateinamerika wackelt

Lateinamerika wird laut einem am Mittwoch, 9. Oktober, vorgestellten Bericht des Internationalen Währungsfonds (IWF) weniger wachsen als bisher angenommen. Wegen „externer Volatilität“ und „fehlender Kraft bei der Binnennachfrage“ würden die Volkswirtschaften zwischen Rio Grande und Feuerland im Durchschnitt um 2,7 Prozent wachsen. Für 2014 prognostiziert die Sonderorganisation der Vereinten Nationen der Region eine Wachstumsrate von 3,1 Prozent.

Der auf der Webseite des IWF einzusehende Bericht „Globale Wirtschaftsperspektiven“ warnt angesichts einer nach der Wirtschaftskrise 2009 nur langsam wieder in Fahrt kommenden Weltwirtschaft vor bestehenden „Abwärtsrisiken“. Viel hänge von der Geld- und Kreditpolitik der USA und der globalen Erholung ab. Besonders Mexiko als zweitgrößte Wirtschaftskraft in Lateinamerika habe 2013 beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) nur um 1,2 Prozent statt erwarteten 2,9 Prozent zugelegt, was auf „geringere öffentliche Ausgaben, einen Rückgang im Baugewerbe und einer schwachen Nachfrage aus den USA“ zurückzuführen sei.

Brasilien als Wirtschaftsmacht Nummer Eins in der Region werde 2014 um 2,5 Prozent wachsen, so die IWF-Experten, wobei die Abwertung der nationalen Währung Wettbewerbsvorteile bringt. Allerdings verringere eine hohe Inflationsrate von sechs Prozent die Realeinkommen und „belastet den Konsum“. Lateinamerikas ökonomien mit einer hohen Exportabhängigkeit bei Rohstoffen, wie Kolumbien, Peru, Chile, Bolivien und Venezuela, wird ein stabiles Wachstum mit bis zu drei Prozent über dem Regionaldurchschnitt attestiert. Argentinien habe sich nach einem Rückgang erholt. "Angesichts der starken Rohstoff-Abhängigkeit der Lateinamerika-Karibik-Region ist eines der wichtigsten externen Hauptrisiken ein scharfer Einbruch der Rohstoffpreise", warnt der IWF. Weniger Wachstum in anderen Weltregionen, vor allem in China, würde das Wachstum in der Region durch weniger Rohstoffexporte um 0,5 Prozent drücken. (bb)

IMF-Wirtschaftsbericht: http://www.imf.org/external/pubs/ft/weo/2013/02/