Bolivien |

Vorsitzender des Indigenen-Dachverbands CIDOB abgesetzt

Die Absetzung des Leiters der Konföderation der Indigenen Völker Westboliviens (CIDOB), Adolfo Chávez, hat den Streit um das umstrittenes TIPNIS-Straßenbauprojekt weiter angeheizt. Geschätzte zwei Wochen vor dem Eintreffen eines erneuten Protestmarsches gegen das Projekt in Boliviens Hauptstadt La Paz, war Chávez vergangene Woche auf einer außerordentlichen Sitzung der Konföderation der Tiefland-Indigenen abgesetzt worden.

Bertha Bejarano, Präsidentin des Organisationskomitees des Marsches erklärte, hinter diesem Schritt stehe „die Hand der Regierung“. Sie verurteilte eine nicht näher ausgeführte Einmischung in innere Angelegenheiten der CIDOB durch die Regierung, der sie vorwirft, die Protestierenden schwächen zu wollen, so die Nachrichtenagentur Servindi.

Unmut an der Basis der Organisation

Das alte Führungsgremium will seine Absetzung nicht anerkennen. Lokale Presseberichte verweisen zudem darauf, dass bei der Vollversammlung nicht alle in der Konföderation vertretenen Regionen anwesend gewesen seien. Der Leiter der Organsiation (CPESC) aus Santa Cruz, Rosendo Alpire, erklärte, die Versammlung habe so entschieden, da Chávez sich mehr um Auseinandersetzungen mit der Regierung als um die Leitung der CIDOB gekümmert habe, so Servindi.

Die massivste Kritik an Chávez bezieht sich jedoch auf die Absetzung der Vorsitzender mehrere Ragionalverbände, nachdem diese Abkommen mit der Regierung unterzeichnet hatten. Nach dem Abschluss derartiger Abkommen wurden zumindest zwei von ihnen von der jeweiligen Basis wieder abgerufen, da sie den Marsch nicht unterstützt hatten.

Ehemaliger Vorsitzender denunziert Spaltungsversuch

Hintergrund dieser Aktionen sei laut Chávez der Versuch, die Ankunft des Marsches in La Paz zu verhindern und eine Parallelorganisation zur CIDOB zu schaffen, die den politischen Zielen des Präsidenten Evo Morales näher stehe.

Der Marsch richtet sich gegen das Gesetz 222, das vergangenen Februar verabschiedet wurde und einen Konsultationsprozess über das Projekt vorschreibt. Mitglieder anderer Organisationen versuchen immer wieder, den Marsch nach La Paz aufzuhalten. (bh)