Kolumbien |

Vier Tote bei Protesten

Bei den weiterhin anhalten Protesten der kolumbianischen Landwirte sind Ende vergangener Woche vier Menschen ums Leben gekommen. Zwei Protestler kamen in Bogotá um, zwei weitere in anderen Städten. Außerdem wurden in der Hauptstadt bei Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizisten knapp 200 Menschen verletzt. Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos entschied daraufhin, das Militär in der Millionenmetropole einzusetzen, um die Sicherheit vor Ort zu gewähren. Santos machte auch deutlich, dass er nicht zögern werde, das Militär in anderen Teilen des Landes einzusetzen, sollte es dort zu Ausschreitungen kommen.

Verhandlungen bisher ohne Erfolg

Mehrere Minister sowie Vertreter der Bauern verhandeln bereits seit mehreren Tagen ohne Erfolg. Die Bauern werfen der Regierung vor, mit ihrer Wirtschaftspolitik die Landwirte in den Ruin zu treiben. Die Regierung bot bisher verbesserte Preise für landwirtschaftliche Produkte sowie einen erleichterten Zugang zu Krediten an. Die Bauern lehnten dies als unzureichend ab. Juan Manuel Santos bezeichnete die Protestler als unnachgiebig und schien bereit, die Gespräche nach den Todesfällen komplett abzubrechen. Er bezeichnete den Protest generell als legitim, verurteilte jedoch jegliche Vandale.

Die Bauern reagierten ihrerseits mit der freiwilligen Aufgabe der zahlreichen Straßenblockaden in ganz Kolumbien. Sie kündigten jedoch auch an, dass sie ihren bereits seit knapp zwei Wochen andauernden Streik fortsetzen würden. Trotz der verhärteten Fronten gelang es kirchlichen Vermittlern, die beiden Parteien für eine weitere Gesprächsrunde an den Verhandlungstisch zu bringen. (aj)