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Vier Tote bei landesweiten Protesten

Bei seit rund 48 Stunden andauernden landesweiten Protesten in der Dominikanischen Republik sind bisher vier Menschen ums Leben gekommen. In mehreren Städten des Inselstaates gehen seit Dienstag hunderte Menschen auf die Straße. Sie fordern von der Regierung mehr Investitionen in die Infrastruktur des Landes. So verlangen sie unter anderem den Bau von mehreren Straßen sowie die Verbesserung der Wasserleitungen und des Abwassersystems.

In einigen Orten kam es während der Proteste zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den Demonstranten und der Polizei. Die Polizei setzte auch Schusswaffen ein. Das jüngste Todesopfer starb in der Stadt San Francisco de Macoris im Nordosten des Landes durch zwei Kopfschüsse. Mindestens zwei der drei weiteren Opfer wiesen ebenfalls Schusswunden auf. Nach Angaben der Polizei hätten die Opfer zuvor Sicherheitsbeamte mit selbstgebauten Waffen bedroht. Der Polizeichef Manuel Castro Castillo bezeichnete die im Anschluss an die Ereignisses als eine direkte Herausforderung der örtlichen Polizeibeamten. Castillo sagte aber auch zu, die Todesfälle unvoreingenommen und genauestens zu untersuchen.

Neben den vier Todesopfern wurden mehrere Zivilisten und auch Polizeibeamte verletzte. Es kam in verschiedenen Städten zu Verhaftungen. Währenddessen versucht die katholische Kirche zwischen der Regierung, der Polizei und den Protestlern zu vermitteln. Ein radikaler Kern der Demonstranten hat sich bisher jeglichen Gesprächen verweigert. (aj)