|

Vier Millionen Kinder nicht registriert

Vier Millionen Kinder in Lateinamerika besitzen keine Geburtsurkunde und wurden von ihren Eltern nicht auf den Standesämtern registriert, so der Bericht des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen UNICEF, der anlässlich des 67. Gründungsjubiläums der UN-Organisation in New York vorgelegt worden ist. Weltweit sei jedes dritte Kind unter fünf Jahren nicht offiziell registriert. "Fehlende Geburtenregistrierung habe nicht nur lang anhaltende Konsequenzen für jedes Kind, sondern auch für die Gesellschaft eines ganzen Landes", zitiert das lateinamerikanische Nachrichtenportal Infolatam den UNICEF-Vize Geeta Rao Gupta.

Aber 92 Prozent der lateinamerikanischen Kinder wurden von ihren Eltern registriert. Damit seien Lateinamerika und die Karibik nach den Ländern Mittel- und Osteuropas und der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (98 Prozent) die Region weltweit, in der Kleinkinder am meisten registriert sind. Zwischen 2000 und 2010 sei in Lateinamerika die Registrierung der Neugeborenen um 10 Prozent angestiegen, so die UNICEF-Studie. Brasilien wird hervorgehoben, aufgrund der erheblichen Fortschritte in den letzten zwei Jahrzehnten: Von 64 Prozent registrierter Kinder im Jahr 2000 stieg die Zahl auf 93 Prozent 2010.

Die Registrierung der Kinder sei wichtig, sonst hätten sie keine Rechte. Kinder ohne Geburtsurkunde haben keinen Zugang zum Schulsystem, zum Gesundheitswesen und zur Sozialversicherung, warnt Unicef in dem Bericht. 2012 wurden weltweit nur 60 Prozent aller Neugeborenen registriert; die wenigsten Registrierungen fanden in Südasien und Subsahara-Afrika statt. (cw)