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Verstärkter Handel mit haitianischen Minderjährigen

Menschenrechtsorganisationen, die an der Grenze zwischen Haiti und der Dominikanischen Republik tätig sind, weisen auf eine Zunahme des Handels mit und der Ausbeutung von haitianischen Minderjährigen seit dem Erdbeben im Januar 2010 hin. Betroffen seien sowohl Mädchen als auch Jungen.

USA drohen Sanktionen an

Auf internationaler Ebene hat die Untätigkeit der dominikanischen Regierung Protest hervorgerufen. So hat US-Außenministerium aufgrund des mangelnden Engagements Sanktionen angedroht. Eine Reihe von Reportagen, die Ende vergangenen Jahres in US-amerikanischen Zeitungen erschienen waren, prangerten die Ausbeutung und Prostituierung haitianischer Kinder in den Straßen der dominikanischen Städte an. Beobachter erkennen keinerlei Verbesserung der Situation.

Zu möglichen US-Sanktionen zählen eine Aussetzung der Wirtschafts- und Militärhilfe, aber auch ein entsprechendes Stimmverhalten in internationalen Organisationen wie Internationalem Währungsfonds und Weltbank. Die USA setzen der dominikanischen Regierung eine Frist bis Juni, um gegen die Missstände vorzugehen und Menschenhändler zu bestrafen, ebenso wie beteiligte Personen.

Korruption leistet Vorschub

Von dominikanischer Seite heißt es, Maßnahmen zum Schutz von Kindern seien ergriffen worden, unter anderem in Form der Gründung einer Sonderkommission als Reaktion auf das verheerende Erbeben in Haiti. Kürzlich seien außerdem zwei Menschenhändler festgenommen worden. Journalisten zufolge passieren Hunderte haitianischer Kinder die Grenze zur Dominikanischen Republik illegal. Kenner sprechen von einem Zusammenhang zwischen der Sklaverei und der weitverbreiteten Korruption. Auf dem Papier gibt es seit sieben Jahren ein Gesetz gegen Menschenhandel, das aber nicht angewandt wird. (bs)

Quelle: Adital