Bolivien |

Versicherungsschutz für Journalisten

Erstmals in der Geschichte Boliviens erhalten Journalisten einen gesetzlichen Anspruch auf Versicherung bei Krankheit, Invalidität und Tod. Am 10. Dezember unterzeichnete Präsident Evo Morales das entsprechende Lebensversicherungsgesetz für Medienangestellte »Gebrüder Peñasco Layme«, vermeldet die staatliche Nachrichtenagentur ABI des Andenlandes.

Über die Norm Nr. 315 wird die Gründung eines staatlich verwalteten Fonds festgelegt, in den Medienunternehmen ein Prozent ihrer monatlichen Brutto-Einkommen einzahlen. »Dies ist ein kleiner Beitrag zur Lebensversicherung, der sicher schwanken wird, aber es ist wichtig an einer Regelung zu seiner Einführung und Anwendung zu arbeiten«, erklärte der Chef der regierenden »Bewegung zum Sozialismus«.

Das am Internationalen Tag für Menschenrechte verabschiedete Vorhaben provoziert auch Kritik. Einige Mitarbeiter der Tageszeitung »La Razón« hatten Morales zuvor aufgefordert, das im Parlament ausgearbeitete Gesetz »abzulehnen«, berichtet die katholische Nachrichtenagentur ANF. »Vertreter der Medienarbeiter und Unternehmer« seien nicht an der Ausarbeitung des Projektes beteiligt gewesen, hieß es in einer Erklärung von »La Razón«, unterschrieben vom Leiter für Finanzen, dem Betriebsratsvorsitzenden sowie dem Leiter vom internen Büro zur Konfliktbeilegung.

Der staatliche verwaltete Versicherungsfonds stößt erwartungsgemäß auf Ablehnung. Er eigne sich »fremde Gelder an, die nicht vom Staat sind, sondern von den Unternehmern und den Angestellten«, so die Kritik »La Razón«. Die Versicherung für Journalisten hatte die Linksregierung in Angriff genommen, nachdem die Geschwister Verónica Peñasco Layme, Chefredakteurin des Radiosenders San Gabriel vom katholischen Radionetz Red Erbol, und ihr Bruder Victor Hugo, Sprecher des Radiosenders Pachakamasa im Januar 2012 von Unbekannten ermordet worden waren. (bb)