Bolivien |

Verhandlungen um TIPNIS-Park

Der Streit zwischen Boliviens Regierung und Vertretern der Tiefland-Indigenen um den umstrittenen Bau einer Verbindungsstraße durch das »Indigene Territorium Nationalpark Isiboro Sécure« (TIPNIS) geht in die nächste Runde. Nachdem der »Verband der indigenen Völker Boliviens« (CIDOB) ein für Montag von der Morales-Administration anberaumtes Treffen ausgeschlagen hatte, mahnten Menschenrechts-Kommissar Denis Racicot und Boliviens Menschenrechtsobmann Rolando Villena am Dienstag eine Verhandlungslösung an.

Zahlreiche Minister hatten am Montag mehrere Stunden in Trinidad, Hauptstadt des Departamento Beni, auf CIDOB-Vertreter gewartet. »Wenn nicht heute dann morgen oder einen anderen Moment«, signalisierte Boliviens Vize-Präsident Álvaro García Linera in einer Pressekonferenz weitere Verhandlungsbereitschaft. »Es ist eure Verantwortlichkeit«, appellierte Linera, »ihr müsst uns Orientierung geben und bei dem Bau dieser Straße helfen, die von nationalem Interesse ist, aber auch im Interesse der Departamentos Beni und Cochabamba«.

»Nicht nur für die TIPNIS-Gemeinden, sondern alle vom CIDOB vertretenen indigenen Völker sollen bei Gesprächen dabei sein«, begründete Pedro Bares, Funktionär der »Indigenen Völker von Beni« die CIDOB-Absage. Staat und Regierung müssten »jeder einzelne der Forderungen eines jeden CIDOB-Mitglieds nachkommen«, so Bares. Am Freitag war eine Delegation nach Brasilien gereist, im Rahmen des Infrastrukturprogramms IIRSA hat dessen »Nationalbank für wirtschaftliche und soziale Entwicklung« (BNDES) einen 332-Millionen-Dollar-Kredit zur Verfügung gestellt.

Neben dem »sofortigen Stopp« von Umwelt- und Machbarkeitsstudien, Bauarbeiten und der »Abschaffung und Annullierung von Gesetzen und Dekreten zum Straßenbau« fordert der für den 15. August anberaumte »8. Marsch der indigenen Völker des Ostens, Chaco und Amazonas Boliviens« unter anderem die Forcierung der Landreform, Ausweisung illegaler Koka-Bauern aus dem TIPNIS-Areal und eine Beteiligung an Geldern des internationalen Klimafonds. (bb)