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Venezolanischer Bischof: Menschen suchen im Müll nach Essen

Venezuela, Maduro, Krise

Müll auf den Straßen von San Cristóbal. (Foto: Florian Kopp)
 

Auf die schwierige humanitäre Lage in Venezuela hat der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz des Landes, Jose Luis Azuaje Ayala, aufmerksam gemacht. Neben einer Nahrungsmittelknappheit gebe es in dem Krisenstaat einen Totalzusammenbruch der Infrastruktur, klagte der Erzbischof von Maracaibo am Mittwoch in Wien. Der landesweite Stromausfall zeige dies eindrucksvoll.

Zudem gebe es 300.000 unterernährte Kinder, so der Präsident der Caritas Lateinamerika. "Mütter lassen ihre Kinder bis Mittag schlafen, um mit einem Essen pro Tag durchzukommen. Viele suchen in Müllcontainern nach Nahrung. Das sind Szenen, die es bei uns zuvor nie gegeben hat", sagte Azuaje. Der Geistliche nimmt in Wien an einem Treffen der weltweiten Caritas-Dachorganisation Caritas Internationalis teil.

Verantwortlich für die Lage in Venezuela ist nach Ansicht des Erzbischofs die Politik der Regierung von Präsident Nicolas Maduro. Dieser habe das Land zu einem totalitären Staat umgebaut, "in dem die Menschen der Regierung dienen müssen". Das Volk werde unterdrückt, besonders die Opposition, der "90 Prozent der Bevölkerung" angehörten. Trotz der Not der Bevölkerung halte die Maduro-Regierung die Grenzen jedoch weiter geschlossen und lasse keine humanitäre Hilfe ins Land. (KNA)

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