Haiti |

USA: Fachkräftemangel verzögert Wiederaufbau

Die US-Behörden haben in den vergangenen Monaten große Schwierigkeiten gehabt, Fachpersonal für den Wiederaufbau nach dem Erdbeben vom Januar 2010 in Haiti zu rekrutieren. Dies geht aus einem Bericht des Büros für Rechenschaftspflicht der US-Regierung (GAO) hervor, der am Mittwoch dem Kongress vorgelegt wurde. Demnach habe die US-Agentur für Internationale Entwicklung (USAID) zum einen Probleme gehabt, Fachkräfte zu finden, die bereit sind längerfristig in Haiti zu leben und zu arbeiten. Zum anderen sei die Auswahl an Personal, das über genügend Erfahrung verfügt, um solch großangelegte Projekte zu planen und umzusetzen, sehr begrenzt, heißt es in dem 58 Seiten starken Bericht des GAO. Diese Schwierigkeiten hätten dazu beigetragen, dass bisher nur wenige Projekte in den Bereichen Infrastruktur und Wohnraum gestartet sind.
Neben dem Fachkräftemangel hätten außerdem ungeklärte Eigentumsfragen zur Verzögerung vieler Bauarbeiten geführt. Weiterhin sei die ökonomische und institutionelle Schwäche der haitianischen Regierung in der Vergangenheit ein Hindernis gewesen und könne nach Angaben des GAO auch die zukünftige Zusammenarbeit beeinträchtigen. „Es fehlt der neu gebildeten Regierung an politischem Willen beschlossenen Reformen auch umzusetzen“, so die Autoren des Berichts.
Das Erdbeben, das im Januar 2010 Haiti erschütterte, gilt als eine der verheerendsten Naturkatastrophen überhaupt. 230.000 Menschen kamen ums Leben, weitere 300.000 wurden verletzt und zwei Millionen Haitianer verloren ihre Häuser. (aj)