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USA entschuldigt sich für Menschenversuche

Guatemalas Regierung hat die Entschuldigung des Weißen Hauses für die »haarsträubenden« medizinischen Menschenversuche an hunderten guatemaltekischen Staatsbürgern angenommen. Am Freitag hatte sich die US-Regierung offiziell für die menschenunwürdigen Experimente entschuldigt, die US-Mediziner im Regierungsauftrag Washingtons in den 1940iger Jahren durchgeführt hatten. Dabei waren mehr als 700 Männer und Frauen zu Forschungszwecken ohne ihr Wissen mit Geschlechtskrankheiten wie Syphilis und Gonnorhoe (Tripper) infiziert worden.

In einem Telefongespräch mit Guatemalas Präsident Colom hatte sein Amtskollege Barack Obama um eine »tief greifende Entschuldigung« beim zentralamerikanischen Volk gebeten, so Regierungssprecher Ronaldo Robles. US-Außenministerin Hillary Clinton hatte das Vorgehen in einer Pressekonferenz als »unethisch und nicht vertretbar« verurteilt. Colom forderte am Samstag eine »eingehende Untersuchung, um zu verstehen, was wirklich passiert ist und welche Schäden verursacht wurden«.

Unter Leitung des Sexualforschers John Cutler und auf Anordnung des US-Gesundheitsministeriums der Regierung von Harry S. Truman (1945-1953) waren laut später entdeckter Akten insgesamt 696 Menschen, die Mehrzahl von ihnen psychisch Kranke, Prostituierte, Soldaten und Häftlinge, mit den gesundheitsschädlichen Sexualkrankheiten infiziert worden.

Ohne medikamentöse Behandlung sollten die Auswirkungen auf den menschlichen Organismus erprobt werden. Die Opfer der Menschenversuche blieben während der gesamten Experimente eingesperrt. (bb)