Argentinien |

US-Akten über Militärdiktatur veröffentlicht

Menschenrechts-Staatssekretär Claudio Avruj sieht gute Chancen, dass weitere Archive veröffentlicht werden könnten. Foto(Zuschnitt): CIDH, CC BY 2.0.
Menschenrechts-Staatssekretär Claudio Avruj sieht gute Chancen, dass weitere Archive veröffentlicht werden könnten. Foto(Zuschnitt): CIDH, CC BY 2.0.

Argentiniens Regierung hat mehr als 1.000 US-Akten aus der Zeit der Militärdiktatur (1976-1983) veröffentlicht. "Ich gehe davon aus, dass die Unterlagen eine wichtige Hilfe in Gerichtsprozessen sein werden und vielen Familien Frieden bringen", sagte Menschenrechts-Staatssekretär Claudio Avruj laut argentinischen Medienberichten am Montag, 8. August 2016. Das Material werde sicher viele Zeugenaussagen bestätigen.

Die US-Regierung hatte vor einigen Monaten die Freigabe einschlägiger Dokumente aus Militär- und Geheimdienstarchiven angekündigt. Nach dem Besuch von Präsident Barack Obama in Buenos Aires im März wurde das Material der argentinischen Regierung übergeben.

Weitere Akten-Veröffentlichungen könnten folgen

Avruj stellte den Medienberichten zufolge in Aussicht, dass die Veröffentlichung der US-Akten viele weitere wichtige Stellen dazu bewegen könnte, Teile ihrer Archive zu publizieren. So erwarte er "sehr bald" die Dokumentation des Vatikan über die Junta-Zeit in Argentinien.

Der Vatikan hatte die geplante Übergabe betreffender Akten bereits im März bestätigt. Zuvor müssten die Dokumente noch katalogisiert werden, sagte damals Vatikansprecher Federico Lombardi. In Argentinien wurden etwa 10.000 Oppositionelle und Personen, die die Militärs dafür hielten, entführt und getötet. Menschenrechtsorganisationen gehen von insgesamt bis zu 30.000 Opfern aus.

Quelle: KNA, Foto(Zuschnitt):Comisión Interamericana de Derechos Humanos,CC BY 2.0.