Bolivien |

Urus-Indigene fordern Schutz

Nach einem zehntägigen Protestmarsch über Boliviens Andenhochebene sind am Donnerstag, 14. März, im Regierungssitz La Paz Indigene von der Volksgruppe der Urus eingetroffen. Die rund zweihundert Demonstranten, darunter zahlreiche Frauen und Kinder, fordern Schutz vor der Besiedlung ihrer angestammten Siedlungsgebiete am Andensee Poopó durch Aymara-Bauern, berichtete die Tageszeitung „El Diario“ in ihrer Freitagsausgabe.

„Wir wollen eine kurzes Treffen mit Präsident Evo Morales, nur zehn bis zwanzig Minuten“, erklärte der Uru-Vertreter Andrés Choque nach der Ankunft in der Millionenstadt. Den Regierungschef wollen die wegen ihrer Wohnstätten auf Schilfinseln auch als „Menschen des Wassers“ bekannten Ureinwohner über die akute „Gefährdung ihrer Kultur“ informieren, so Choque. Konkret gefordert wird die Verabschiedung eines eigenen Gesetzes zum Schutz der Urus-Kultur im bolivianischen Vielvölkerstaat.

Die Urus haben laut eigener Geschichte bereits vor der Besiedlung der Anden durch Aymara und Quechua in der Region gesiedelt. Die Verfassung von 2009 schützt die Urus als eine von 36 ursprünglichen Volksgruppen. Zuletzt war es zwischen den Ethnien immer wieder zu Landkonflikten gekommen. Aymara-Bauern hätten Land mit Stacheldraht abgegrenzt, so die Beschwerde des 2000-Menschen-Volkes.

Das vorgeschlagene Schutzgesetz soll zudem öffentliche Gelder zur Verfügung stellen, die Umwelt am See schützen und das örtliche Fischereiwesen stärken, Haupteinnahmequelle der Urus. Betty Tejada, Präsidentin der Abgeordnetenkammer erklärte am Donnerstag, 14. März, Staatschef Evo Morales sei zu einem Treffen bereit, wenn Gesetzgeber und Ministerien einen Vorschlag zur Verhinderung von Landbesetzungen vorlegen würden, so offizielle Quellen. (bb)