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Uruguay auf Platz 1 bei Organspenden in Lateinamerika

Aus der Hauptstadt Montevideo stammen die meisten Spenderinnen und Spender. Foto: Adveniat/Pohl
Aus der Hauptstadt Montevideo stammen die meisten Spenderinnen und Spender. Foto: Adveniat/Pohl

Nirgends in Lateinamerika ist die Quote der Organspender so hoch wie in Uruguay. Aktuellen Zahlen der nationalen Gesundheitsbehörden zufolge kamen 2017 auf eine Million Einwohner 21 Organspender, berichtet das Online-Portal „970Universal“ am Montag, den 16. April 2018 über den Rekord. Um in Zukunft noch erfolgreicher zu sein wolle man ein „Nationales Netzwerk für Organspende und Transplantation“ einrichten, so Gesundheitsminister Jorge Basso.

Die Spenderquote in Lateinamerika liegt derzeit bei 7,2 Spenderinnen und Spendern auf eine Million Einwohnern, rechnete das Gesundheitsministerium vor. Grund für das große Spenderaufkommen überlebenswichtiger Organe wie Niere, Leber oder Herz ist die 2013 liberalisierte Gesetzgebung in Uruguay. Demzufolge können einem hirntoten Menschen Organe ohne seine Zustimmung entnommen werden, wenn er zuvor nicht explizit eine Entnahme verweigert hat.

Die meisten Organe stammen aus der Großraumregion der Hauptstadt Montevideo. Das Spendersystem, besonders auch die medizinisch-technischen Geräte zur Feststellung des Hirntodes bei möglichen Spendern, müsse darum dezentraler und weiter ausgebaut werden, verwies Gesundheitsminister Basso auf die über 500 Menschen, die in Uruguay auf ein Spenderorgan warten würden. (bb)