Chile |

Urteil: Entschädigung für mehrere hundert Diktaturopfer

Mahnmal: Bilder von Verhafteten und Verschwundenen "Desaparecidos" während der Pinochet-Diktatur in Chile. Foto:_r o s a _,CC BY-NC-ND 2.0.
Mahnmal: Bilder von Verhafteten und Verschwundenen "Desaparecidos" während der Pinochet-Diktatur in Chile. Foto:_r o s a _,CC BY-NC-ND 2.0.

In Chile kommt die Entschädigung von Opfern der Militärdiktatur weiter voran. Der Oberste Gerichtshof des Landes verurteilte den Staat dazu, an 659 einstige politische Häftlinge aus der Zeit der Militärdiktatur umgerechnet je 4.200 Euro Schadenersatz zu zahlen, wie es in chilenischen Medienberichten vom Donnerstag, 31. März 2016, hieß. Damit werde anerkannt, dass die Gefangenen Opfer von Verbrechen gegen die Menschlichkeit geworden seien, betonte das Gericht in seiner Urteilsbegründung.

In Chile wurden nach offiziellen Angaben während der von 1973 bis 1990 dauernden Diktatur unter General Augusto Pinochet rund 33.000 Menschen aus politischen Gründen gefoltert und eingesperrt. Insgesamt starben 3.200 Personen an den Folgen staatlicher Gewalt, 1.192 Menschen verschwanden spurlos.

Der Oberste Gerichtshof hatte bereits Ende Januar den Familien von vier Personen, die während der Militärdiktatur verschleppt und ermordet worden waren, Entschädigungen von umgerechnet insgesamt rund 1,1 Millionen Euro zugesprochen.

Quelle: KNA, Foto:_r o s a _,CC BY-NC-ND 2.0.