Paraguay |

Unterschlagung von 700.000 US Dollar erhitzt die Gemüter

Die mutmaßliche Unterschlagung von 700.000 US Dollar an Hilfsgeldern für indigene Gemeinden hat in Paraguay eine lebhafte Debatte ausgelöst. Wie das argentinische Nachrichtenportal "infobae.com" berichtet, hatten Überwachungskameras einer Bank in der Hauptstadt Asuncion gefilmt, wie der ehemalige Direktor des Nationalen Instituts für Indigene den Betrag abgehoben hatte. "Die verschwundene Summe ist in anderen Ländern vielleicht nicht sehr hoch, aber in Paraguay ist das sehr viel Geld", sagte Jorge Servin, Direktor des staatlichen Büros für indigene Angelegenheiten. Der Vorfall sei ein Skandal, denn das Geld war ursprünglich für indigene Gemeinden gedacht, die unter erbärmlichen Bedingungen leben müssten, so Servin weiter. Unter anderem sei die Summe für den Kauf von dringend benötigten Lebensmittelns, Medikamenten sowie für Investitionen in die Infrastruktur vorgesehen gewesen.

Oscar Ayala, Direktor der Nicht-Regierungs-Organisation Tierra Viva, bestätigte der Nachrichtenagentur AP, dass die 700.000 US Dollar für den Bau von Wegen, Brücken, einfachen Häusern zweier indigener Kommunen eingeplant war.

Insgesamt leben in Paraguay derzeit 20 indigene Volksgruppen mit einer Gesamtbevölkerung von 115.000 Menschen. Etwa 60 Prozent der Indigenen leben in der Region Chaco Boreal in großer Armut. (TK)