Haiti |

Unruhen in Port-au-Prince

In der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince haben mehrere Hundert Menschen für den Abzug der Blauhelm-Soldaten demonstriert. Die Demonstranten machen die Mission der Vereinten Nationen für die Stabilisierung Haitis (MINUSTAH) für die Ausbreitung der Cholera verantwortlich: UN-Soldaten hätten die Cholera-Bakterien ins Land gebracht. Die Epidemie hat bislang schon mehr als 1100 Todesopfer gefordert, mehr als 17.000 Menschen sind bereits mit dem Erreger infiziert.

„Die MINUSTAH ist die Cholera“, riefen die Demonstranten. Sie kritisierten auch die Regierung: sie mache mit der UN-Mission gemeinsame Sache.

Polizisten versuchten mit Tränengas die Demonstration aufzulösen, die sich vom Gesundheitsministerium in Richtung MINUSTAH-Hauptquartier bewegte. In den Zeltlagern in Pétion und Dessalines brach die Panik aus, da Augenzeugenberichten zufolge auch Kinder und ältere Menschen von Tränengas getroffen worden seien. Eltern hätten versucht, ihre Kinder in Sicherheit zu bringen, meldet die Nachrichtenagentur AlterPresse. Einige Zelte seien beschädigt und verbrannt worden. Viele Jugendliche in den Camps seien voller Wut gegen die Regierung und hätten offen zur „Revolution“ aufgerufen, so AlterPresse. Das Zentrum der Hauptstadt sei teilweise unzugänglich gewesen. Betonblocks, Müll und Autoreifen säumten die Straßen.

In Cap-Haïtien herrschte gestern angespannte Ruhe. Vor drei Tagen waren dort bei Demonstrationen gegen die MINUSTAH drei Menschen ums Leben gekommen, mehrere wurden verletzt. (vh)

Quelle: AlterPresse