Brasilien |

UNO verurteilt Menschenrechtsverletzungen wegen Fuüball-WM 2014

Die brasilianische Stadtforscherin Raquel Rolnik, Sonderberichterstatterin der Vereinten Nationen für angemessenes Wohnen, hat anlässlich der Präsentation eines Berichts Brasiliens Regierung angewiesen, den Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit der Vorbereitung der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 Einhalt zu gebieten. In mehreren Großstädten wird beabsichtigt, Wohnviertel für Bauvorhaben zu räumen.

Keine Transparenz und Immobilien-Spekulation

Der in Genf vorgestellte Bericht weist warnend auf das Beispiel Rio de Janeiros hin, wo im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen 2016 bereits Favelabewohner vertrieben wurden. Amnesty International hatte hiergegen ebenfalls protestiert. Weitere Städte, welche wegen geplanter Enteignungen von Grundstücken im Visier der UNO stehen, sind São Paulo, Porto Alegre, Fortaleza, Recife, Belo Horizonte, Natal und Curitiba.

Die Kritik richtet sich gegen die mangelnde demokratische Transparenz und das Fehlen eines Dialogs mit der betroffenen Bevölkerung. Alternativen zu den Verdrängungen würden nicht sondiert, zudem blühe die Immobilien-Spekulation.

Gefahr neuer Favelas

Raquel Rolnik erinnerte daran, dass die brasilianische Regierung im Dezember 2010 in einem Brief um Informationen und eine Stellungnahme zu den Vorwürfen gebeten worden war, die vier Monate später noch auf sich warten ließen. Das Schreiben hatte auf die Verpflichtungen bezüglich der Menschenrechte, insbesondere des Rechts auf Wohnen, hingewiesen, die Brasilien mit der Unterzeichnung internationaler Abkommen eingegangen ist. Der Bericht fordert nun die Aufschiebung der Umsiedlungspläne, bis die von diesen bedrohten Familien angemessen konsultiert worden sind.

Für Streit sorgen auch die niedrigen angebotenen Entschädigungszahlungen. Die UN-Sonderberichterstatterin befürchtet die Entstehung neuer Favelas. Noch mehr Familien könnten am Ende kein Dach über dem Kopf haben. (bs)